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Immer
ein freundliches Lächeln auf den Lippen, wenn sich das
Mittagessen nähert
Der
jugendliche Camp-Manager überstellt uns am nächsten Morgen
in die Obhut unseres Polers (Bootsführer) und gibt uns noch
einige ausführliche Verhaltensregeln mit auf den Weg.
"Macht, was Euch der Führer sagt. Wenn er sagt
"Lauft", dann lauft. Wenn er sagt "Klettert",
dann klettert." Das ist Afrika. Gut vorbereitet brechen wir in
die Wildnis auf. Keke - so heisst unser Führer - ist mir zwar
noch etwas zu jung für seine Aufgabe, aber wir vertrauen uns ihm
an. Die Tour mit den traditionellen Einbäumen durch das seichte
Wasser des Deltas hält die Erfahrung von Wildnis in einer
anderen Dimension für uns bereit. Lautlos gleiten wir durch das
Schilf. Das massige, grimmig blickende Krokodil hat nun unseren
grössten Respekt und wir sind gar nicht mehr so wild darauf,
Flusspferde zu sehen. Keke übrigens auch nicht, ihm ist die
Erleichterung anzusehen, dass wir lieber einen Bogen um die Tiere
machen wollen, die in Afrika die meisten tödlichen
Wildunfälle verursachen. Heute schauen wir uns lieber Fische,
Echsen, Schmetterlinge und Vögel an. |
4) |
Das
Oddballs Camp
ist keine der renommierten Lodgen,
denn die könnten wir uns gar nicht leisten. Der Fünftage-Aufenthalt
im "Abus Camp" kostet beispielsweise schlappe 5000 US-$ pro
Nase. Auch wenn dort Vollpension und Safaris auf dem Rücken
eines "Zirkuselefanten" durchgeführt werden, bleibt
das ein happiger Preis. Zu unserem Glück gibt es im Delta zwei Budgetlodgen, an denen sich eigentlich alle Individual-touristen
wiedertreffen. Diese Lodgen sind natürlich ein Dorn im Auge der
hochpreisigen Tourismusindustrie. Denn wie will man dem eigenen,
teuer bezahlenden Gast erklären, warum andere Touristen die
gleiche, grossartige Landschaft sehen dürfen, aber nur einen
Bruchteil des Geldes dafür bezahlen? Entsprechend wurde denn
auch ein halbes Jahr nach unserem Besuch das Geschäft dieser
beiden Billiganbieter stark beeinträchtigt, indem man ihnen die
Beschäftigung der Hälfte ihrer insgesamt 76 lizenzierten
(!) Bootsführer untersagte. Daraufhin stiegen die
Übernachtungspreise um 100 %. Aber das letzte Wort ist dabei
noch nicht gesprochen und irgendwann müssen die Billiganbieter
vermutlich ganz aufgeben. Die EU steht der Tourismusindustrie in Maun
übrigens mit einer Kommissarin als Beratung zur Seite.
Schön, wenn man erfährt, dass aus eigenen Steuergeldern
Programme finanziert werden, mit denen der normalverdienende
Bürger aus diesem Tourismusbereich preislich ausgeschlossen
werden soll.

Ein
Prospekt zum staunen |