Abendstimmung über dem Niokolo-Koba Nationalpark / Senegal

Der Nationalpark von Niokolo Koba ist der flächenmässig grösste Park im Senegal. Das gut 600 Kilometer lange Wegenetz im Park ist jedoch kaum nutzbar. Die meisten Pisten sind völlig überwuchert.

"Über holprige Wege fahren wir vorbei an mächtigen, grauen Termitenhügeln, die unseren Wagen bei weitem überragen. Ausser einigen Pavianen sehen wir keine Tiere, sei es aufgrund der dichten Vegetation oder der noch immer unverminderten Wilderei. Bei knapp 40° C ist es im Wagen über Mittag zu warm, als dass wir weiterfahren wollten. Aussteigen können wir nicht. Im Park gibt es eine ungelöste Tse-Tse-Fliegenplage. In grossen Schwärmen umkreisen diese aggressiven Biester den Wagen, setzen sich auf Scheiben und Bleche und versuchen zwanghaft, uns zu beissen. Sobald wir die Fenster auch nur einen Spalt öffnen, stürmen sie herein und attackieren uns mit ungeahnter Vehemenz. Missmutig suchen wir ein Lager für die Nacht. Von den drei Restcamps im Park ist nur noch Ba Fouta Be benutzbar. Die beiden anderen Camps sind abgebrannt. Aber auch Ba Fouta Be hat ausser einigen ärmlichen Hütten und der Möglichkeit, ein Zelt aufzuschlagen, nicht viel zu bieten. Ein betoniertes Loch im Boden als Plumpsklo, das war es. Wasser zum Duschen gibt es im Gambie Fluss, Wasser zum Kochen ebenfalls. Getränke oder Brot sind nicht erhältlich. Zumindest sind die zwei Ranger, die mit ihren Familien im Schatten eines grossen Baumes liegen, sehr freundlich. Sie bieten uns an, ihr Feuer zu nutzen und geben uns einige Hinweise, um doch noch Tiere aufzuspüren. Es ist schade, dass das Lager in einem solch verwahrlosten Zustand ist. Seine Lage am Fluss ist jedenfalls idyllisch. In der Dämmerung kommen einige Antilopen an das Wasser und wir hören aus der Ferne die Atemgeräusche einiger Flusspferde. Es gibt eine wundervolle Abendstimmung und der Himmel verfärbt sich zu einem Gemälde. Der Rauch eines Buschfeuers auf der anderen Seite des Flusses gibt dem Bild aber eine eigenartige, düstere Note. "Dieser Park stirbt."

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<Bildnachweis>

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