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Nachtlager
an der Twiga Lodge
Der
kleine Schritt nach Kenia, über die abgelegene Grenzstation bei
Lunga, führt uns in das Zentrum des ostafrikanischen
Massentourismus. Entlang der grünen Küstenlinie reihen sich
die exklusiven Inseln der Glückseligkeit auf. Diani Beach und
Tiwi Beach werden von grossen Hotelanlagen belegt, in denen die
Besucher aus Übersee - sorgsam abgeschirmt von Afrika - ihr
ungetrübtes Urlaubsglück finden. |
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Hinter
meterhohen Betonmauern, Elektrozäunen und beschützt von
Wachmannschaften, wird die perfekte Illusion eines grossen
Urlaubslandes aufrecht erhalten. Brechen diese Touristen dann aus
ihren Gehegen aus, geht es in klimatisierten Bussen zu den
(menschenleeren) Wundern der ostafrikanischen Landschaft. Bei den
Fahrten durch Städte und Dörfer müssten den Leuten
allerdings die Augen verbunden werden. Denn was auf den Strecken
zwischen den Nationalparks und den Luxushotels zu sehen ist, passt so
gar nicht zu einem schönen Urlaubsland. Armut, Schmutz, Gewalt
und Hunger konzentrieren sich entlang der Ausfallstrassen von
Mombasa. Wir finden uns an der Twiga Lodge ein, dem einzigen Ziel
für Budgetreisende südlich von Mombasa. Die Anlage
könnte gepflegter sein, aber der ansehnliche Sandstrand und die
Möglichkeit, überhaupt noch an dieser Küste campen zu
können, lässt uns über vieles hinwegsehen. Für
uns als Autotouristen ist die Twiga Lodge ein schönes Ziel.
Für Rucksackreisende ist es aber nicht unproblematisch, die
Lodge zu erreichen. Auf dem langen, schmalen Hohlweg von der
Hauptstrasse zum Camp sind schon viele Reisende von Jugendbanden
überfallen worden, deren Eltern das Taximonopol für diese
Strecke unterhalten. So steht man vor der Wahl, einen
unverschämten Preis für das Taxi zu zahlen oder zu Fuss das
Risiko eines (bewaffneten) Überfalls einzugehen. Am sinnvollsten
ist es wohl, auf eine Mitfahrgelegenheit auf einem der zahlreichen
Overland-Trucks zu warten. Wir fühlen uns angesichts des halben
Dutzend Massai (-Krieger), die als Wachen auf dem Platz angestellt
sind, gut behütet. Wir fragen Masawa, einen der Wächter, ob
der Platz auch wirklich sicher sei. "Nachdem wir in der ersten
Woche einige Pfeile in die Diebe geschossen haben, ist Ruhe
eingekehrt". Beruhigend.... |