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Die
Strecke entlang des Lake Victoria ist monoton und uninteressant.
Zumeist zeigt sich die Landschaft intensiv bewirtschaftet und
abgerodet. Erst
kurz vor Kabale, als die Strasse in die Berge aufsteigt, lohnt sich
der Blick aus dem Seitenfenster wieder. Wir wollen in den Bwindi
Forest. Der ist zwar eigentlich für Gorillatrecking recht
unbekannt, beheimatet aber die grösste Population von
Berggorillas. Mehr als die Hälfte der verbliebenen 650 Primaten
lebt in diesem Park. An einem Polizeiposten, kurz hinter Kabale,
gabelt sich die Strasse und wir folgen einer Piste, die zum
Hauptquartier des Parks weist. Schmal und eng windet sich der kleine
Weg an Berghängen entlang, durchschneidet hin und wieder einige
Waldreste, führt ansonsten aber an endlos vielen Feldern und
Bananenplantagen vorbei. Wir passieren ein Dorf nach dem anderen.
Erstmals erscheint uns ein Land in Afrika überbevölkert zu
sein. Dörfer liegen auf jedem Berghang, in jedem Tal. Der Wald
ist gerodet und auch an den steilsten Hängen werden Felder
bestellt. Nur selten haben sich die Bauern aber die Mühe
gemacht, die Berghänge zu terrassieren.
Die Nutzungsdauer der erdrutschgefährdeten Felder ist auf
einige Regenzeiten begrenzt, dann ist die Humusschicht abgewaschen.
Hat die Erosion das ungeschützte Feld zerstört, wird der
nächste Wald gefällt, um Ersatz zu schaffen. Hier und da
steht noch ein einzelner Baum, aber in ihrer Gesamtheit ist die
Vegetation verwüstet. Dafür, dass wir direkt unter dem
Äquator sind, erscheint uns die ganze Gegend bereits jetzt zu
trocken zu sein. Auf der betonharten Piste wirbelt mit jedem
Luftstoss weisser Staub auf und überdeckt Fahrzeuge und Umland
wie Puderzucker. |
2) |

Mangobaum
am Lake Nabugabo
Kaum
ein Kilometer vergeht, ohne dass wir Menschen auf der Piste treffen.
Woher die Leute alle stammen, ist ungewiss. Wer will die Menschen
hier trennen, ob sie aus Uganda, Ruanda oder dem Zaire stammen. Je
nach politischer Situation flüchten die Menschen über die
Grenzen in dem Dreiländereck. Wir durchqueren eine letzte,
riesige Bananenplantage und fahren dann in ein enges Tal ein. Sauber,
wie mit dem Rasiermesser vom Umland abgetrennt, erhebt sich der
Urwald wieder von den Berghängen. Wir erreichen den Bwindi
Forest . |