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Der
Matusadona-Park ist auch jetzt in der Trockenzeit ohne
Allrad auf dem Landweg nicht
zu erreichen.
Für die rund neunzig Kilometer lange Piste zum Tashinga Camp
brauchen wir gut fünf Stunden. Erst nach Einbruch der Dunkelheit
erreichen wir den Zeltplatz. Ohne jegliche Übersicht belegen wir
den erstbesten Platz. Wie sich am Morgen herausstellt, hält der
Camping einen besonders schönen Stellplatz für uns bereit.
Etwas abgetrennt vom restlichen Gelände, stellen wir uns hinaus
auf die Ausläufer einer Halbinsel, die in den Lake Kariba
hineinreicht. Hier geniessen wir vom Dachzelt einen erhöhten
Blick über den umliegenden See. Wie in den meisten Parks
Simbabwes, ist auch Tashinga nicht eingezäunt und vermittelt uns
das wunderbare Gefühl, mitten in der Natur zu stehen.

Blick
auf den Matusadona Nationalpark bei einem Microlight Rundflug |
5) |

Wir
liegen im Dachzelt, haben die Moskitonetze zur Abwehr der
lästigen Blutsauger geschlossen und lauschen den Geräuschen
der afrikanischen Nacht. Frösche, Grillen, Fledermäuse,
Flusspferde, Elefanten, Löwen und viele andere mehr stimmen in
das dirigentenlose Orchester ein. Auf wundersame Weise verschmelzen
die Klänge der unendlich vielen Solisten zu einem einzigen,
harmonischen Chor. Trotz der gewaltigen Geräuschkulisse finden
wir schnell in den Schlaf. Gegen Mitternacht sind die Temperaturen am
See wieder auf angenehmere Grade zurückgegangen. Ich ziehe mir
den offenen Schlafsack über die Schulter und werde wach. Der
Wind rauscht, aber die Luft steht regungslos im Zelt. "Woher
kommt dieses Geräusch?" Das Rauschen verdichtet sich und
schwillt zu einem nicht enden wollenden Donner an. Die Erde zittert.
Ich wecke Joly. Aus dem richtungslosen Dunkel der Nacht brechen die
Umrisse einer Herde Wasserbüffel. Wie eine fliegende Wand fallen
die Tiere in das Camp ein. Acht Löwen jagen die von Panik
erfassten Tiere durch unser Lager. Wir sind froh, bei dieser Stampede
im Dachzelt und nicht am Boden zu liegen. Keine fünfzig Meter
neben unserem Lager reissen die Löwen einen jungen Büffel.
Die langgezogenen Schreie des armen Tieres hallen hilflos durch die
Nacht. Obwohl brennend neugierig, bleiben wir brav im Dachzelt und
verkneifen uns, zu Fuss nachzuschauen, was genau vorgeht. Wir wollen
nicht als Dessert enden. Die
wahre Attraktion am Lake Kariba sind aber die Sonnenauf- und
untergänge. Das täglich wechselnde Farbspiel wird jeden,
der über eine romantische Ader verfügt, in seinen Bann
schlagen. Dabei steht die Farbpracht am Morgen dem abendlichen
Schauspiel kaum nach. Ob in Pastelltönen oder glasklaren, harten
Farben, jeden Abend zwingt uns die Szenerie zum Griff zur Kamera. Die
abgestorbenen Bäume im aufgestauten See dienen dabei als
perfekter Vordergrund für jeden Fotoenthusiasten. |