Von Serouenout durch den Erg Admer nach Djanet

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Am späten Vormittag erreichen wir das Fort Serouenout. Auch wenn es aus der Ferne kaum auszumachen ist, deuten doch die zusammenführenden Spurenbündel die Nähe des Ortes an. Serouenout besteht nur aus einem Militärlager und dem Wachtposten davor. Von hier aus wird ein nahezu unendliches Gebiet kontrolliert. Das Militär verfügt über neueste, schnelle Geländefahrzeuge und demonstriert wie überall in Algerien starke Präsenz. Kurz nach der freundlichen Kontrolle zweigen wir in Richtung Südost ab und verlassen die Hauptroute. Ohne Streckenbeschreibung halten wir uns an den Verlauf des Oued Ti-n-Hadjdjene und fahren schliesslich stur nach Osten. Die Ebenen wirken nahezu endlos und es dauert lange, bis wir am Horizont die ersten Sanddünen ausmachen können. Wir haben grosses Glück und passieren die ersten Sandfelder an einer Stelle, die uns zu wunderbaren Felsen führt, deren Lage und Ausblick ein Highlight der Reise werden. Am meisten staunen wir aber über das glasklare Echo, das einem der Berg zurückwirft, wenn man mit den Felsen "schwätzt". Nach einer Übernachtung steht die Querung des Erg Admer an, der nur an wenigen Stellen gut passiert werden kann. Dabei ist die Passage nicht allzu einfach. Auch wenn wir eine "harmlose" Walfischdüne wählen, bleibt das Sandhindernis sehr hoch und weitläufig. Zudem wird der Sand im Verlauf des Anstiegs so richtig weichchchchch.

 

 

 

Wegbeschreibung:

1.Tag

Serouenout - Richtung Erg Admer

(Piste, manchmal Wellblech, mal sandig, auch freie Fahrt über Ebene, 250km)

Wir umfahren die vereinzelten Sanddünen und folgen der Piste nach Osten. In Sichtweite des Berg Tinde knickt die Piste nach Südost ab. Das Terrain wechselt nun häufiger. Nach einigen Kilometern folgt die Einfahrt in ein Tal. Die Piste schwenkt im Verlauf wieder nach Osten und gibt einen schönen Blick auf das Hoggar Gebirge frei. Kurz darauf endet das Tal. Bald führt die Piste über einen Sattel. Etwas später werden dann mehrere Pisten zusammengeführt. Bald erreichen wir das Fort Serouenout. Keine Versorgungsmöglichkeit. Kurze, freundliche Ausweiskontrolle und Angabe der Reiseroute. Vom Kontrollpunkt fahren wir einige 100 Meter nach Osten und schwenken dann auf Südost. Durch den Oued Ti-n-Hadjdjene fahren wir mehr oder weniger immer in Richtung Osten. Spuren und Pistenreste sind oft zu sehen, wir fahren aber meistens querfeldein. Die Richtung OstSüdost halten wir fast den ganzen Vormittag ein bis wir die NordSüdPiste von Fort Gardel in den Niger queren. Einige Zeit später haben wir einen herrlichen Blick auf den Erg Admer. Durch das auf und ab von Tälern und Hügeln ist die Richtung nur nach Kompass (Richtung Osten) zu halten. In dieser Gegend finden sich die Überreste einiger Lavakegel, die bizarr vom Wind in immer kleinere Felsen zerlegt werden. Unglaublich ist das Echo dieser Steinhügel, an denen sich ein Traumplatz für die Nacht bietet. (vielleicht der schönste Platz, den wir gefunden haben)

 

2. Tag

Erg Admer

(Piste, Dünenpassagen, 100km)

Der Erg Admer hat hohe und steile Dünen zu bieten. Nur an wenigen Stellen bietet sich ein Ausgangspunkt zur unproblematischen Querung des Ergs. Die Düne, die wir queren wollen sind dennoch sehr hoch und der Sand weich. Die beste Passage bietet eine Düne mit der Form eines Walfischbuckels, die keine hässlichen Überraschungen bietet. Aber dennoch: Luft raus. (0.9 / 1.6 bar). In Schlangenlinien steigen wir die lange Düne auf. (hier musste der HZJ echt ackern, dann man glaubt kaum, wie hoch die Düne ansteigt). Vom Dünenscheitel geht es dann in einer weiten links Kurve (nördlich) wieder herab und auf die nächste (kleinere) Düne herauf. Kurz darauf ist die Dünenpassage bereits beendet. Nach links (Westen) führt ein Abstecher zu einer Salzebene. Zur Übernachtung fahren wir dann aber weiter in Richtung Osten. Nachdem wir eine riesige, geometrisch perfekt geformte Düne zu Fuss erklommen haben, lagern wir etwas abseits in einem kleinen Dünental.