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Vom Erg Issaouane zum Erg Tiffernine |
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Die Sterne funkeln vom tiefblauen Nachthimmel. Das frische Brot duftet in der dunklen Glusse. Heute war wieder ein herrlicher Tag. Die letzten Tage sind wie im Flug vergangen. Flog die Landschaft auf der Anfahrt nach Süden noch an unseren Fenstern vorbei, geniessen wir seid dem Erg Issaouane die Wüste wieder mit allen Sinnen. Mit dem Wissen des Vorjahres gerüstet finden wir die Passage entlang des Gara Kanfoussa diesmal rasch. Im Oued Essaoui Mellen wählen wir diesmal aber nicht den Weg mitten hindurch, sondern folgen dem Sand der westlichen Flanken des Erg Tihodaine. Über langgezogene Walfischdünen auf und ab fliegen wir über den Sand. Keck erklimmen wir eine hohe Düne. Der Boden ist fest und gut zu fahren. Angesichts der mächtigen Dünen, die dem Erg Tihodaine das Aussehen einer Hochhäuserschlucht geben, lassen wir es aber bei der Aussicht bewenden und wagen uns nicht weiter vor. Wie recht wir mit diesem Schritt hatten, erfahren wir auf der Rückfahrt, als uns andere Reisende von einem überschlagenem und einem Fahrzeug mit verglühter Kupplung im Erg Tihodaine berichten. Wir respektieren den Sand und bremsen unseren Übermut. Selbst Eric und Patrick, die mit ihren zweidutzend Lenzen noch wesentlich wagemutiger sind als wir, weichen vor diesen Sandwänden zurück. Es ist gut, seine Grenzen zu kennen. Die Südspitze des Erg umfahren wir diesmal direkt an der Sandkante. Im roten Sand sind oftmals tückische Steine verbogen und ebenso oft rutschen die Reifen auf dem blanken Fels, wenn einige Sandkörner ihnen die Traktion rauben. Dennoch ist es eine schöne, wenn auch zeitraubende Strecke. Aber wer denkt schon noch an Zeit? Den hektischen Alltag noch im Hinterkopf holt mich die Zeit jedoch noch am Nachmittag ein. Ich begehe die Dummheit, einen bestimmten Nachtplatz anfahren zu wollen und verliere im unübersichtlichen Dünenfeld, das dem Erg vorgelagert ist langsam die Kontenance. Erst spät erreichen wir die wunderbaren Sicheldünen, bei den wir lagern wollten. Zu spät um sich an diesem Platz noch zu erfreuen. Die Routenplanung wird daraufhin ad acta gelegt. Zum Abend freuen wir uns auf frisch gebackenes Brot. Eric und Patrick haben einen Dutch Oven mitgenommen. In diesem speziell geformten Topf (von dem wir daheim auch ein Exemplar haben) soll man sowohl Brot backen als auch andere Ofengerichte in der Glut zubereiten können. Dumm nur, dass dem Topf keine Bedienungsanleitung bei liegt. Nachdem der Teig geknetet ist, platzieren die beiden Jungs den Topf in der hellroten Glut. Mein Einwand, "das könnte vielleicht etwas zu warm sein" wird abgeschmettert. Der Verkäufer hat uns gesagt mitten ins Feuer da kann nichts passieren. Nun ja, eine halbe Stunde später mussten wir dann den verkohlten Brotlaib aus dem Feuer bergen. Der Topf sah mittlerweile eher wie moderne Kunst aus und war an einer Seite völlig verschmolzen. Hiermit also die Bitte an den Hersteller: eine Bedienungsanleitung, bevor wir auch unseren Topf "verfeuern". |