Erg Tihodaine

Schon nach wenigen Kilometern verlassen wir wieder die Hochebene. Es muss noch die ein oder andere Düne bewältigt werden, aber dann stehen wir vor dem gewaltigen Panorama des Erg Tihodaine. Der Sandboden ist fest und tragfähig. Neben dem üppigen Grün zeugt auch die Feuchtigkeit in nur 20 cm Tiefe von den Regengüssen vergangener Wochen. Selbst die höchsten Dünen lassen sich so gut erklimmen. Wir müssen umsichtig sein und darauf achten nicht übermütig zu werden.

Nachdem wir einige Zeit über hohe Dünen kreuzen, sehen wir ein, dass eine direkte Zufahrt auf das zentrale Gebirge des Erg von Norden her zu schwierig ist. Auch der Weg nach Westen hat es in sich, macht aber mehr Spass als dass er Nerven kostet. Etwas weiter südlich stechen wir wieder in den Erg und steigen über beängstigend steile Dünen zum inneren Gebirge ab. Unserer Entscheidung, die Berge im Norden zu umfahren, ist Glück beschieden. Wähnten wir uns zunächst in einer Sackgasse, erblicken wir von einem höher gelegenen Aussichtspunkt ein kleines Gassi, welches auf die Zentrale Ebene führt. Auch diese Dünenabfahrt ist jedoch so steil, dass sie in umgekehrter Richtung wohl kaum zu schaffen ist.

In der Ebene lassen wir uns von den Distanzen täuschen und enden im einem Felslabyrinth, das wir besser die Dünen entlang umfahren hätten. "Beim nächsten mal...." Genau gegenüber unserem Eintritt in die Ebene erklimmen wir eine Düne und finden auf halber Höhe eine n traumhaften Nachtplatz. Als die Motoren verstummen, setzen wir uns in den warmen Sand und schweigen. Menschenleere, atemberaubende Sahara umgibt uns. Wir können uns gar nicht satt sehen und würden am liebsten eine ganze Woche bleiben.