Algerien 2002 (2)

IV) Mit Azjar Tours ins Tadrart

Ayoub El Housseini, genannt Housseini, hatten wir im Vorjahr kurz auf dem Weg von Tamanrasset nach Djanet getroffen. Obwohl wir uns nur wenige Minuten unterhielten, erinnerten wir uns gut an den aufgeschlossenen und doch zurückhaltenden Tuareg, als uns Freunde von einer geführten Tour mit ihm erzählten. Obwohl wir dem Reisen mit Führer eher skeptisch gegenüber stehen, wussten wir: das ist unser Mann, mit dem man Reisen kann. Wir sollten nicht enttäuscht werden. Schnell werden wir uns über die Route und die Dauer der Tour einig. Der Preis von 700 Euro ist stolz. Aber dafür bietet Housseini sich selbst, seinen Wagen und einen Führer auf. Das Tadrart als Teil des Tassili Nationalparks, in dem ohnehin Führerpflicht vorgeschrieben ist und die Nähe zur nigrischen Grenze erscheinen uns als Ideal, unsere Skepsis gegenüber einer geführten Tour abzubauen.

Für sechs Tage wollen wir das eigenbestimmte Reisen aufgeben und uns dem Rhythmus des Führers anpassen. Nachdem wir vier bislang so gut harmoniert hatten, ist das natürlich ein gewisses Risiko, dafür winken aber auch andere Erfahrungen, die wir alleine nicht machen können.

Gegen Mittag des nächsten Tages verlassen wir Djanet auf der Flughafenstrasse. Nicht ohne uns zuvor bei der Nationalparkverwaltung die obligate Genehmigung besorgt zu haben. (Ob die Parkverwaltung tatsächlich Kontrollfahrten im Oued In Djerane durchführt, können wir jedoch nicht sagen.) Ousman, unser Führer - ein drolliger Kerl im Alter unserer Eltern - lotst uns gekonnt durch die zunächst noch spröde mit der Zeit aber zunehmend abwechslungsreiche Landschaft. Neben einem schönen Lager zwischen vielfältig geformten Sandsteinfelsen offeriert uns Housseini zum Abend Tagila-Eintopf. Wir lassen uns verwöhnen. Als ein Suchscheinwerfer plötzlich die Dunkelheit durchbricht, sind wir froh, nicht alleine zu sein. Housseini erklärt: Jäger, die illegal Gazellen schiessen. Kein Wunder, dass die scheuen Tiere bei dieser Wilderei eine Fluchtdistanz von einem guten Kilometer beanspruchen und man sie daher nur noch so selten zu Gesicht bekommt.

Erstes Ziel unserer Tour ist die Felsformation Moul N'Aga. Je näher wir dem Ziel kommen, desto aufmerksamer beobachten Housseini und Ousman unser Fahrverhalten im Sand. Bei Moul N'Aga soll es eine gewaltige, steile Düne geben, die es hinabzufahren gälte. Housseini bietet uns sogar an, unsere Wagen zu fahren, nicht dass dort etwas passieren könne. Denn schon einmal hätte sich einer seiner Kunden dort fast überschlagen. Wir danken für die Umsicht unseres Führers, wollen uns die Stelle aber selbst erst einmal anschauen. An der fraglichen Stelle angelangt, geht Housseini sichtlich nervös erst einmal zu Fuss voraus. Wir folgen und begehen die fragliche Stelle. Aber abgesehen von dem erschreckenden Spuren-Wirrwarr, das sich zum Ausgang hin bündelt, ist nichts aussergewöhnliches zu sehen. Sicher, die Düne ist steil und lang. Aber schön gerade und ohne hässliche Hindernisse. Wir beruhigen Housseini und bestätigen, dass es schon gehen wird. Als erstes reduzieren wir jedoch bei den Reifen den Druck auf das Minimum. Housseini startet, schlenkert mit Vollgas von der linken Seite der Spuren zur rechten und zurück, um schliesslich einige Meter vor der Dünenkuppe stecken zu bleiben. Hektisch winkend weist uns Housseini an, weiter zu fahren. Ruhig brummend erklimmt unser "Ueli" die Düne und kippt nach vorne über. "Halt!" Ich zucke zusammen. Ousman schreit wie am Spiess, dass ich stehen bleiben soll. Wir liegen mit dem Bauch auf und ich kurble das Fenster herab und frage, was nicht in Ordnung sei. "Das ist die Stelle, wo die Touristen immer ein Foto machen wollen". Ich schaue etwas verdutzt, muss dann aber schmunzeln und danke für den Hinweis unseres fürsorglichen Führers.

Der Landy passiert die Düne ebenfalls problemlos. Nachdem wir Housseini angeboten haben, dass es selbstverständlich ist, dass wir ihm die Reifen mit den Kompressoren wieder füllen, lässt auch er Luft ab und nimmt im dritten Anlauf die Dünenpassage.

Das Tal von In Djerane ist weltberühmt für seine Felsmalereien und -gravuren aber auch landschaftlich absolut sehenswert. Leider ist es für unseren Geschmack bereits zu touristisch. Nachdem der Tourismus im Vorjahr noch in Folge des 11. September brach lag, kommen nun - wie uns Housseini berichtet - Samstags vier Flugzeuge mit Touristen aus Europa. Und die treffen sich alle beim Rundgang im Oued In Djerane. Abgesehen von den unzähligen Fahrzeugspuren, die den Talgrund aufgewühlt haben, stossen wir immer wieder auf Fussgängergruppen, die mit Führer von Giraffe (gemalt) zu Giraffe (graviert) wandern. Nach der Einsamkeit der letzten Wochen sind wir etwas enttäuscht über so viel Betrieb. Atemberaubende Felsformationen und majestätische Steinbögen lassen über diesen Umstand aber hinwegsehen. Zumal wir in der Mittagszeit die einzigen Touristen sind, die zu Fuss die Kathedrale (Formation aus zwei Natursteinbögen) erklimmen. Die Fussgänger müssen um diese Zeit pausieren.

Zum Abend lagern wir an einem Felsen inmitten des Oued In Djerane, unweit eines Gästezeltes des algerischen Staatspräsidenten. Da das Wüstentelefon ausgezeichnet funktioniert, weiss schon jedermann in der Gegend, dass Housseini mit einigen Gästen kommt und so versammeln sich am Abend einige Freunde und Verwandte unseres Führers am Lagerfeuer. Wir geniessen den Sonnenuntergang und erfreuen uns der allabendlichen Teezeremonie und am Abendessen. Obwohl wir keine Mahlzeiten gebucht hatten, werden wir mit Tagila-Suppe und Couscous versorgt. Das Essen schmeckt hervorragend und selbst ich - der ich nach den Erlebnissen in Mauretanien auf der Transafrika Reise regelrechte Aversionen gegen Couscous habe - geniesse das Essen.

Am folgenden Tag legen wir nur wenige Kilometer zurück. Dafür sind wir um so beschäftigter, die Natur voll und ganz zu geniessen. Manche Passagen, in denen tiefrote Sanddünen am dunklen, vom Wind gezeichneten Fels emporklettern wirken gar wie eine Filmkulisse made in Hollywood. Farben und Formen in einer Vielfalt, dass man meinen könnte, die Landschaft wäre nicht echt. Nördlich des Tin Merzouga laufen wir an den Rand des Sandmeeres und beenden den Tag auf einer leichten Anhöhe über einer wunderbaren Ebene. Von kleinen Tafelbergen und mächtigen Steinsäulen durchsetzt wirkt sie aus der Entfernung wie ein fantasievoll angelegter Steingarten.

Zum Abend bereiten wir das Essen für die ganze Gruppe. Nach den beiden Vortagen wollen wir uns gerne bei Housseini revanchieren. Nach Prüfung der Lebensmittelvorräte und der Idee, natürlich etwas "echt" schweizerisches anzubieten, fällt die Wahl auf Älpler Makronen. Joly & Eric werfen sich mächtig ins Zeug und bereiten eine Riesenportion der Schweizer Nationalspeise. Sogar mit frischem (!) Apfelmus. Doch die Reaktion unserer Begleiter fällt geteilt aus. Während Housseini - durch seine Reisen nach Europa an solche Kost gewöhnt - den Anstandsteller verdrückt, versucht Ousman eher sich selbst zu verdrücken. Irgendwie scheint die Kombination aus Rahm, Käse, Nudeln und Kartoffeln nicht sein Geschmack zu sein. Das können wir gut nachvollziehen, sind wir doch auch nicht Fan aller algerischen Speisen. Der Teller samt Inhalt verschwindet im Dunkel der Nacht, taucht zum Abwasch aber wieder auf.

Housseini muss uns verlassen. Er hat noch eine andere Gruppe, die in der Gegend unterwegs ist und uns schon beim ersten Treffen darüber in Kenntnis gesetzt, dass er - um beiden Gruppen gerecht zu werden - zur Mitte der Tour wechseln wird. Damit wird Ousman zum Chef. Der Wagen wird nun von Zouri gesteuert, der von der anderen Gruppe herüber kommt. Ob es an diesem Wechsel liegt - Ousman kann nur wenig französisch und kennt die Wünsche seiner europäischen Touristen bei weitem nicht so gut wie Housseini - oder am Beginn des Fastenmonats Ramadan; die Tour verändert sich leider.

Daran hat wohl auch das Wetter seinen Anteil. Ein heftiger Wind kommt auf und wandelt sich fast zum veritablen Sandsturm. An eine Fahrt in die Dünen ist kaum zu denken. So fahren wir nur an den Rand des Tin Merzouga und warten, bis "Oswald" und "Züri-Dani" wie wir unsere beiden Begleiter leicht boshaft nennen, ihre zweieinhalb Stunden Mittagsschlaf absolviert haben. Derweil warten wir im Windschatten der Wagen, lesen etwas und kaspern herum. Mehr oder weniger fahren wir einen grossen Teil des bekannten Weges im Oued In Djerane zurück und begeben uns früh auf die Suche nach einem windgeschützten Nachtplatz.

Nach dem abendlichen Hinweis, dass wir eine grosse Distanz zurückzulegen haben, sind wir am nächsten Morgen bereits um halb acht zur Abfahrt bereit. Wir kommen gut vorwärts, doch die Landschaft wird zunehmend uninteressanter. Zum Glück von Zouri nimmt auch der Sand ab. Der Allradantrieb an seinem Toyota ist vorübergehend "malade", wie er uns erklärt hatte, nachdem er im Sand steckengeblieben war. Gegen Mittag wird die Landschaft vollkommen eintönig. Inmitten einer öden Ebene rasten wir für den Mittag. Und wen überrascht es? Für zweieinhalb Stunden. Oswald und Züri-Dani fallen wie die toten Fliegen aus dem Wagen und brauchen dringend Ruhe. Das ist auch verständlich, waren die beide doch am Vorabend noch bis nach Mitternacht auf Tour gewesen, bei anderen Guides den Ramadan feiern. Aber wir wollen uns nicht beschweren und respektieren ihr Verhalten. Zumindest bleibt so Zeit, einen kurzen Service am Wagen zu machen. Als dieser abgeschlossen ist, schlagen wir die Zeit tot und warten auf die Auferstehung unserer Führer.

Wenige Kilometer später ändert sich die Landschaft drastisch. Waren es zunächst erst einige Felsgürtel, die sich wie in einem Irrgarten in der Sandfläche als Hindernis aufstellten, wachsen nun immer höher werdende, dunkle Felswände aus dem leuchtend gelben Sand heraus. Wir nähern uns Alidemma.

Von dieser Gegend wussten wir eigentlich gar nichts. Im Internet hatten wir lediglich durch Zufall das Bild eines traumhaften Natursteinbogens gesehen, der uns faszinierte. Diesen bestimmten Bogen finden wir zwar nicht. Aber wir finden etliche andere grandiose Steinbögen. Die wahre Faszination dieses Flecken Wüste ist jedoch ein anderer. So hoch wie mehrstöckige Häuser ragen die senkrechten Felswände dicht aneinander gereiht aus dem Wüstensand. Mit den Ausschürfungen des Windes, der Löcher und Dellen in den weichen Stein gefressen hat sieht die Gegend aus wie die Überreste eine verwunschenen Stadt. Die Ruinen einer alten Zivilisation, die nun langsam vom Wüstensand überdeckt werden. Besonders dort wo der Dünen bis an die obere Kante der Felsen reicht und die Sonne den Kontrast von Licht und Schatten auf die schrägen Sandflächen projiziert erreicht Alidemma eine Faszination, die einzigartig ist.

Ich packe den Fotoapparat und schlendere durch die Gassen dieser verlorenen Welt, erklimme Felswände, finde immer wieder neue Steinbögen und atemberaubende Löcher in den Felsen. Teilweise nur 30 oder 40 cm hoch durchbrechen manche Löcher die Felsen an der Basis bei 8 bis 10 Metern Dicke. Fantasievoll wurde der Fels von der Erosion bearbeitet. Kein Meter vergeht ohne neues ungläubiges Staunen. Sprachlos erreiche ich einen doppelten Steinbogen, bei dem zwei Bögen nebeneinander stehend ihren Schatten auf die gegenüberliegende Felswand werfen. Die Sonne neigt sich zum Horizont und umgibt mich mit ungeahntem Zauber. Roterleuchtet von der Abendsonne glühen die schmalen Gänge zwischen den Felswänden auf. Skulpturen aus Licht und Schatten erwecken für wenige Momente das Gestein zu Leben. Ich haste zurück zum Lager, die anderen holen, um sie an diesem Schauspiel teil haben zu lassen. Doch als wir zurückkehren, ist die Sonne untergegangen. Der Steinbogen fasziniert immer noch alle. Aber der Zauber ist verflogen.

Zurück am Lager berichten wir Ousman von diesem fantastischen Steinbogen. Ihn interessiert das aber wenig. Er ist noch immer etwas mürrisch, weil wir seinen Vorschlag für den Nachtplatz am Nachmittag abgelehnt hatten. Nachdem er uns den Bogen von Alidemma gezeigt hatte, wollte er weit ausserhalb des Felslabyrinths übernachten. Dabei haben wir allerdings heftig protestiert. Denn wenn ein Nachtplatz nur deswegen "gut" ist, weil die Distanz zu den Kollegen, mit denen man nachts feiern möchte kurz ist, muss das der zahlenden Kundschaft noch lange nicht gefallen. Aber es gibt keinen Grund, sich wegen dieser kleinen Dissonanz Gedanken zu machen.

So ist auch Ousman um Ausgleich bemüht und lädt uns zum Abendessen ein. Er kocht Spaghetti Tuareg. "Makkaroni die auch schmecken!" Schon bei der Zubereitung haben wir gewisse Bedenken, wollen aber unvoreingenommen die völlig vermanschten, im Fleischsud aufgewärmten Nudeln essen. Schon nach dem ersten Löffel bekomme ich Zweifel, ob das Essen eine Entschuldigung oder bittere Rache für den Vorabend ist. Gut ich habe eine kleine Portion und auch nicht viel Hunger. Das wird schon. Plötzlich steht Joly auf und geht zum Wagen. Kurz darauf ist auch Patrick verschwunden. Die beiden laufen sich per Zufall im dunkeln über die Füsse.

"Was machst Du hier?" fragt Patrick

"Ich suche nur ein paar Tempotücher" gibt Joly zurück.

"Und was machst Du wirklich hier?" Kommt postwendend die nächste Frage.

"Das Fleisch, irgendwie muss ich das loswerden."

"Ich auch."

Manchmal denke ich mir, in arabischen Ländern beim Essen eher anzugeben, dass man Vegetarier ist. Wäre gar nicht so dumm.

Als die Nahrungsmittelaufnahme abgeschlossen ist. Erklärt uns Ousman, dass er und Zouri heute Nacht nochmals kurz weg müssten, wenn wir im Bett sind. "Papi und Mami wollen heute Abend ausgehen" denke ich mir. Und nun wollen sie es den Kindern beibringen. Nachdem die beiden immer unruhiger auf dem Teppich hocken, frage ich sie, ob sie nicht gehen wollten, wir würden noch was am Lagerfeuer liegen bleiben. Dass sich unsere beiden Begleiter so zackig bewegen könnten, hätte ich nie vermutet. Zwei Minuten später hören wir schon den Motor ihres Wagens nicht mehr.

Nach der Ankündigung, dass wir erst zum Abend zurück in Djanet sein werden, ist die Abfahrt für den nächsten Morgen wieder auf frühe acht Uhr gelegt. In der Vorahnung, dass der Tag ebenso verläuft wie der Vortag, scheren wir uns um diese Zeit aber nicht und gehen am Morgen nochmals zu dem wunderbaren doppelten Steinbogen und beobachten ihn in der aufsteigenden Morgensonne. Erst gegen neun Uhr sind wir zur Abfahrt bereit, was Ousman sichtlich verstimmt. Wir verlassen Alidemma nach Nordwesten in Richtung des markanten Vulkanbergs Tiska. Zu unserer Überraschung ist die Landschaft eben und gut zu befahren. In hohem Tempo geht es vorwärts. Bereits vor Mittag passieren wir die markante Bergspitze und befinden uns bald auf einer breiten Piste, die durch Balisen der Berliet Expedition gekennzeichnet sind. Gegen Mittag wird Zouri immer schneller und wir lassen ihn ziehen. Da er das einzige Fahrzeug vor uns ist, können wir seiner Spur folgen, auch als er hinter dem nächsten Hügel verschwindet. Unerwartet kreuzen drei andere einheimische Fahrzeuge unseren Weg und bereiten uns erhebliche Probleme, welcher Spur wir nun folgen sollen. Ich halte weiter die bisherige Richtung bei und gehe in den 4. Gang, um unseren Führer einzuholen. Aber wie weit wir auch fahren, zu sehen ist er nicht mehr. Ich halte und wir warten auf Patrick und Eric, die bald bei uns sind. "Wir haben die ganze Zeit gehupt und versucht Euch einzuholen", beginnt Patrick, "aber dem Landy ging die Puste aus". Vor rund zehn Minuten hätten wir "Oswald" und "Züri-Dani" passiert. Ihr Wagen war klein auf einem Hügel links der Piste zu sehen. Vermutlich der Rastplatz für den Mittag. Wir merken, dass unser alle Kompromissfähigkeit mit diesem Duo langsam aufgebraucht ist. "Jetzt zurückfahren und wieder zweieinhalb Stunden in der Einöde vertrödeln?". Bis Djanet sind es gerade noch 20 Kilometer Luftlinie. Dort können wir auf den Markt gehen und die nächsten Tage vorbereiten. Wir diskutieren, was zu machen ist. Dann taucht der Toyota von Zouri auf. Ousman steigt aus und verkündet, dass hier jetzt Mittag sei. "Gute Nacht". Wir fahren. Eine Diskussion ist zwecklos. Und den beiden erklären, dass wir ziemlich sauer sind, so früh von Alidemma weggefahren zu sein, wenn die Tour bis Djanet eigentlich kaum mehr 5 Stunden dauert und wir absolut keine Lust mehr haben nochmals in der Einöde herumzusitzen, scheint auch sinnlos zu sein.

Wir erreichen Djanet nach einer Stunde ohne Probleme. Der Markt ist geöffnet und bietet neben den Nahrungsmittels auch noch allerlei andere Dinge, die wir einkaufen. Von Teekanne über Bratpfannen bis zu Küchenschalen finden wir alles, was wir gesucht haben. Zum Abend müssen wir nochmals zu Housseini. Der zweite Teil seiner Bezahlung steht noch aus. Als er bei der Agentur eintrifft, weiss er bereits, dass irgend etwas schief gegangen sein muss. Dass die Touristen ohne Führer zurückgekommen sind, wird sich in Djanet schnell herumgesprochen haben. "Aber sollen wir wegen dieser Disharmonie grosses Aufheben machen?" Es ist Ramadan, wir haben zu akzeptieren, dass die Einheimischen einem anderen Lebensrhythmus nachgehen als wir. Allerdings erwarten wir auch, dass sie das gleiche Verständnis für uns aufbringen. Jedenfalls würden wir jederzeit mit Housseini zusammen wieder auf Tour gehen. Wobei wir beim nächsten Mal versuchen werden, eine geführte Tour nicht während des Ramadan zu buchen.