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Noch
1988, was eigentlich gar nicht so lange her ist, war die Halbinsel
Mani bei meinem ersten Besuch noch nahezu unbewohnt. Die
charakteristischen, mittelalterlichen Wohnburgen der einst wehrhaften
Bewohner Manis waren weitgehend verlassen und dem Verfall
preisgegeben. Das Bild hat sich in nur 15 Jahren grundlegend
gewandelt. Vielerorts werden die Burgen und Häuser wieder
aufgebaut und bewohnt. Zumeist als Ferienhäuser für gut
betuchte In- und Ausländer, vereinzelt auch als Gasthäuser
oder Hotels genutzt, belebt sich die archaische Landschaft der
Halbinsel wieder zusehends.
Einen
Schaden hat dieser aussergewöhnliche Flecken Griechenlands von
der verstärkten Bautätigkeit bislang nach unserem Ermessen
zum Glück nicht genommen. Die Bauvorhaben scheinen streng
reglementiert zu sein und dem Bustourismus bleibt diese kleine Welt
dank der engen und verwinkelten Strassen noch verwehrt. Eine
Campingmöglichkeit suchen wir aber ebenfalls vergeblich. Ohne
uns einem Einwohner direkt ins Blickfeld zwängen zu wollen und
von den steilen Berghängen der berge begrenzt, sind die Stellen
zum wildcampen zudem rar. Vielleicht ist das aber auch besser so. So
hat die Mani noch einige Jahre Schonzeit, bis der Tourismus sie
vollends entdeckt. Wir entschliessen uns, noch vor dem Abend in
Richtung Githio weiter zu fahren. |
2) |
Unerwartet
stecken wir bald wieder tief in Afrika. Nicht, dass uns die
Landschaft an den schwarzen Kontinent erinnern würde, es sind
die Strassenzustände. War der Weg von Lagia nach Kokkala noch
eng und äusserst sanierungsbedürftig, beginnt in Kokkala
unvermittelt eine wunderbar ausgebaute Schnellstrasse, für die
ganze Berghänge abgetragen wurden. Zu Beginn dieser Autobahn
werden wir auf einer überdimensionierten, bunten Tafel auf den
grosszügigen Bauherren - die EU - hingewiesen. Vielen Dank an
die Steuerzahler der Gemeinschaft. In flottem Tempo (erstmals auf der
Mani im 4. Gang) rauschen wir nach Norden, erfreuen uns der einsamen
Fahrt auf der schwarzglänzenden Asphaltpiste, die jedoch an
einigen Stellen nach Erdrutschen - ausgelöst von den heftigen
Regenfällen des Frühjahrs - nur einspurig passierbar ist.
Aber kein Problem. Gegenverkehr gibt es hier eh keinen. Am Ende der
Schnellstrasse bei Flomohri wissen wir auch, warum die Strasse so
einsam ist. Schlagartig endet der breite Asphalt und wir wechseln auf
eine kleine Schotterpiste, die sich fortan durch das Unterholz
schlängelt. Irgendwie erinnert die gutgemeinte Investition der
EU an die Autobahn mitten im kongolesischen Urwald, wo ein von
Korruption und Misswirtschaft geschwächtes Strassenprojekt zwar
gebaut, aber nie an das Strassennetz angeschlossen wurde. Nun, noch
zwei heftige Frühjahrsregen und die Strasse ist eh nicht mehr
passierbar. Afrika eben. |