Coco Palm 2005

Lufttaxi

Farbpalette der Natur

Meeresträume

Riff

Ein Urlaub ohne Auto??? Komplett gebucht?? Was soll ich denn da? Auch wenn es mir schwer fällt, mich an die Vorstellung zu gewöhnen, nicht unabhängig zu reisen, sondern mich auf Gedeih und Verderb den Versprechungen eines Reisebüros auszusetzen, willige ich ein, dieses Jahr auf die Malediven zu fliegen. Zum einen haben Joly und ich den 10. Hochzeitstag und abgesehen von der Afrika-Reise nie eine Hochzeitsreise gemacht, zum anderen muss ich ja auch mal sehen, über was ich sonst so lästere.

1)

Und...ganz ehrlich. Hin auf die Malediven, ein wenig Robinson Crusoe spielen, wollte ich eigentlich auch schon immer. Dass es dabei dann "etwas" luxuriöser zugeht als bei Daniel Defoes weltbekannten Roman kann ich nun einmal nicht ändern. (Will ich eigentlich auch gar nicht ändern.)

Also auf in den 1. organisierten Urlaub meines Lebens!

Coco Palm

Schilderbaum

Bungalow

Der Direktflug mit Lufthansa verläuft ereignislos. Also kommen wir gut und schnell (8 Std.) nach Male, der Hauptstadt der Malediven. Nachdem der Pilot seinen Riesenvogel auf der asphaltierten Sandbank abgestellt hat, steigen wir in ein kleines Lufttaxi um. Hier umweht uns bereits das erste Urlaubsgefühl. Der Pilot steuert das Flugzeug barfuss und die Lüftungsanlage des Hochdeckers ist seit geraumer Zeit ausser Betrieb. Womit wir nach der Tiefkühlung im Airbus schlagartig auf das tropische Klima eingestellt werden.

2)

Dennoch (oder gerade deswegen) ist der Flug in den rund 20 Jahr alten Wasserflugzeugen über die weissen Atolle im tiefblauen Indischen Ozean ein ganz spezielles Erlebnis. Bereits 30 Minuten später wassern wir vor unserem Ziel. Coco Palm ist eine 4(5) Sterne Anlage und überwältigt uns mit ihrer Schönheit schon in den ersten Minuten. Und als dann noch unser Bungalow auf der von uns favorisierten Nordseite liegt, fühlen wir uns wie im Paradies. Und spätesten mit dem ersten Blick in die 90qm grosse Villa sind auch die (ebenso paradiesischen) Kosten dieses Urlaubs vergessen.

Barfusswege

Wildwuchs

Palmen

Wasservillen

Coco Palm ist mit einer Ausdehnung von rund 600 x 200 Metern eine der grössten Inseln im Baa-Atoll. Das bedeutet viel Platz und lange Wege zum Restaurant und den anderen Einrichtungen des Hotels. Durch die dichte und üppige Vegetation führen wunderbar angelegte Sandwege, die wir jeden Tag für neue Erkundungen der Insel nutzten. Denn für den Interessierten gibt es im Tier- und Pflanzenreich der Insel viel zu sehen. Neben etlichen Vogelarten, Landkrabben, Eidechsen, Spinnen und Geckos bieten vor allem die grossen Flughunde immer wieder schöne Beobachtungsmöglichkeiten.

3)

Ein besonderes Erlebnis sind die schmalen Wege bei Nacht, wenn die Kronen der Palmen indirekt beleuchtet werden. Ein Teil der Insel (die völlig unbezahlbaren Wasserbungalows) sind in die Lagune gebaut. Dadurch bleibt die Illusion einer "einsamen" Insel trotz der bis zu 200 Gäste und 260 Angestellte jederzeit erhalten.

Eine schöne und umfassende Beschreibung zu Coco Palm haben auch Sandra & Diego verfasst (http://cocopalm.dream-islands.de/bericht/sandra.htm).

Ostseite der Insel

Palme

Meeresträume

Strand

Auch Coco Palm ist natürlich nicht völlig vom Tsunami Ende 2004 verschont geblieben. Doch waren die Auswirkungen für die Insel sehr beschränkt. Menschen kamen zum Glück keine zu Schden. Doch frass das Wasser rund 10 Meter vom Sandstrand an der Ostseite der Insel weg.

4)

Da das Wasser nun auf einem Abschnitt von rund 250 Metern bis an das Dickicht reicht, kann die Insel bei Flut heute nicht mehr trockenen Fusses umrundet werden. Der Schönheit von Coco Palm tut das aber keinen Abbruch, wie man auf den Bildern sieht.

Unter der Wasseroberfläche

Korallengrab

Koralle

Riffkante

Die wahre Pracht der Malediven offenbart sich dem Besucher aber erst beim Blick unter die Wasseroberfläche. Dazu muss man noch nicht einmal zur Tauchflasche greifen. Wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche und nur wenige Meter vom Ufer entfernt explodiert das Leben.

5)

Zwar hat die Korallenbleiche Ende der 90er Jahre den Unterwassergarten versteinern lassen, doch das Leben bahnt sich seinen Weg zurück und an manchen Stellen bewachsen Korallen schon wieder das Riff. Nach rund 50 Metern ist die Aussenkante des Hausriffs erreicht. Rund 1.5 Kilometer kann man sich hier mit der Strömung in den Garten Eden treiben lassen.

Nasendoktorfisch

Clarks Anemonfisch

Rotflosse

"Zebrafisch"

Die Anzahl der Fischarten ist gewaltig. Viel Spass macht die Unterwassersafari. Dank eines Gehäuses kann ich meine Digitalkamera mit unter Wasser nehmen und "wild drauflos knipsen". Hier zahlt sich die Digitalfotografie voll und ganz aus. Und für eine kleine Kompaktkamera bietet die Olympus 5060 eine erstaunlich gute Qualität.

6)

Die Fische sind regelrecht zutraulich und lassen den Schwimmer nah an sich heran. Wie in der Bedienungsanleitung der Kamera beschrieben, darf man gleichzeitig aber die Umwelt nicht aus den Augen verlieren. Schneller als man sich versieht, wird man an die Korallen getrieben oder übersieht garstige Zeitgenossen wie Muränen und ähnliches.

Blaustreifen-Schnapper

Strassenkehrer

Fischsuppe

"Hauptverkehrszeit"

Ein besonderes Erlebnis sind die grossen Fischschwärme, die das Riff bewohnen. Vollkommen auf das Abnagen der Korallen konzentriert, umschliesst einen der Schwarm mit unübersichtlichem Gewühl.

7)

Und vermeidet man dabei allzu hektische Bewegungen, kann man im "Schutz" des Schwarms mit den Fischen ziehen und sie aus nächster Nähe beobachten. Einfach wunderbar.

Lederkoralle

Grüner Chromis

Hirschhorn Koralle

Sarcopython

Optisch ebenso attraktiv wie die vielen verschiedenen bunten Fischarten sind die Korallen der Malediven. Zwar hatte die grosse Korallenbleiche nahezu alle Korallen absterben lassen, doch an einzelnen Stellen lässt sich bereits wieder eine beachtliche Vielfalt erkennen.

8)

So sonderbar diese Lebensform für den Menschen erscheint, so fantastisch sind die Farben und Formen der Korallen. Für uns ist es kaum vorstellbar, wie schön der Indische Ozean vor dem Wärme-GAU gewesen sein muss. Zu hoffen ist, dass die Erholung so schnell wie bisher voranschreitet.

Anemone

Tridacna-Muschel

Karettschildkröte

Blauflossenmakrele

Am Hausriff noch selten sind hingegen die Seeanemonen. Sie sind am besten bei einem der Schnorchelausflüge zu finden. Mächtige Muscheln in den Farben grün, blau oder auch braun finden sich hingegen überall. Auch Begegnungen mit Schildkröten sind nicht selten. Die Tiere lassen sich von einem Schnorchler kaum stören und fressen gemächlich weiter.

9)

Mit etwas Geduld kann man die Tiere lange beobachten und sehen, wie sie zum Luftholen auftauchen und dann langsam in die Tiefe gleiten. Unruhiger sind hingegen die Makrelen, die in kleinen Verbänden durch das Riff auf der Suche nach unachtsamer Nahrung jagen. Mit ihrer beachtlichen Grösse und Schnelligkeit sind sie die Herren im Riff.

Kissenseestern

Kometenstern

Preussenfisch

Drückerfisch

Neben Fischen und Korallen gibt es im Riff aber auch noch anderes Leben. Besonders auffällig sind die bunten Kissenseesterne. Seenadeln sind hingegen viel schwieriger zu orten und noch schwieriger zu fotografieren.

10)

Die nahezu unerschöpfliche Artenvielfalt des Riffs beeindruckt mich so sehr, dass ich in den 14 Tagen unseres Aufenthalts nicht einmal tauchen gehe. Anstatt die Zeit mit Vorbereitung und Bootsfahrten in der Gruppe zu verbringen, geniesse ich lieber die Stille am Hausriff, wo ich nur selten anderen Menschen begegne.

Fischerboot

Postkartenkitsch

Lichtspiele

Blick vom Bungalow

Wie an vielen anderen Orten der Welt erzeugen der Sonnenauf- und untergang auch auf den Malediven atemberaubende Landschaftskompositionen.

11)

Nah am Äquator (Coco Palm liegt keine 5° nördlich der Himmelslinie) wechseln Tag und Nacht nach nahezu exakten 12 Stunden. Wobei die Sonnenuntergänge zwar faszinierender sind, die Sonnenaufgänge aber eine vollkommen menschenleere Insel bieten.

Sandbank

Robinson-Style

Robinson-Hütte

Palmblatt

Ein besonderes Erlebnis auf Coco Palm sind die angebotenen Ausflüge. Die "Delfintour" war uns zwar zu touristisch, aber der Ausflug in einer kleinen Gruppe zu einer entfernten Sandbank (Medhufinolhu) ist herrlich. Kaum zu glauben, dass sich das Land mit nur 50cm Höhe über dem Wasserspiegel gegen den ewigen Ansturm des Meeres erwehren kann. Einmalig schön ist der Ausflug über Nacht auf die benachbarte aber unbewohnte Insel Embudhoo. Nach einem 5-Sterne Essen unter dem Sternenzelt bleibt man alleine auf der Insel und lebt wie Robinson in einer kleinen Hütte, die nur aus einheimischen Material erbaut ist. Ein wahrlich magischer Ort.

12)

Nur leider müssen wir schon wenige Tage später zurück nach Hause. Ausser einem Blick zurück und dem Vorsatz "eines Tages" mal wieder zu kommen, nehmen wir viele wunderbare Erinnerungen von einem Urlaub mit nach Hause, der unsere Träume bei weitem übertroffen hat.

Auch wenn wir weiterhin lieber auf eigene Faust als vollkommen organisiert reisen, sind die Malediven eine Reise wert. Einmal im Leben sollte man dieses Paradies gesehen haben. Und Coco Palm wird jeden, der eigentlich so nie reist mit seiner natürlichen und ungezwungen Atmosphäre zu verzaubern wissen.

Coco Palm aus der Luft

Aussenriff

Sandbank

das Paradies...

 

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