Koh Samui 2006

Ferienflieger

Bungalow

Palmenhain

Strandleben

Was treibt uns dazu, mit Neckermann in Urlaub zu fliegen? Ja, hinterher haben und uns das auch mehrfach gefragt. Aber der lange Winter, die dicke Nebeldecke in Luzern, die leider beschränkte Zeit und unser bisheriges Reisedefizit in Asien haben uns diesen Weg nehmen lasse, um einmal für zwei Wochen nach Thailand zu fliegen.

1)

Um es kurz zu machen. Nochmals würden wir nicht so gebucht in Urlaub gehen. Zu viele Neckermänner, die einem das Leben schwer machen. Zudem stehen die Hotelziele der Reiseunternehmen alle in einer Schneise der Verwüstung, die der Zusammenprall von Massentourismus und traditioneller Lebensweise verursacht hat.

Blütenträume

Bananenblatt

Verlockend nicht nur für Bienen

Nach dem Regen

Thailand ist ein tolles Land. Nette, unaufdringliche Menschen. Eine hervorragende Küche, grossartige Natur und viel Unbekanntes zum entdecken. Auch im Verhältnis zur langen Flugzeit ist aber ein drei oder vier Wochenaufenthalt empfehlenswerter. Dann hat man auch die Zeit, die Übernachtung und die Ausflüge individuell zu organisieren.

2)

Das ist in Thailand überhaupt kein Problem. Überall findet man ein reiches Angebot touristischer Leistungen. Selbst in den kleinen Dörfern gibt es Übernachtungsmöglichkeiten und gute Restaurants. Alleine, man braucht die Zeit, sich zurecht zu finden. Und die hatten wir dieses Jahr nicht.

Bootssteg

Traditionelle Geschäfte

Einblick

Arbeitstier

Unser Ziel ist Ko Samui. Die Insel liegt im Golf von Siam auf der vom Festland vor dem verheerenden Tsunami geschützten Seite Thailands. Dementsprechend war Ko Samui nicht von der Flut betroffen, hat aber in der Folge einen wahren Tourismusansturm erlebt. Wir haben beim Lawana Resort an der Bophut Beach ein kleines Bungalow gemietet, mit dem wir sehr zufrieden waren. Wir hatten versucht, die tiefste Preiskategorie bei Bungalows anzusteueren. Aber selbst das schlägt noch recht heftig zu buche. Die Reiseunternehmen scheinen hier gut zu verdienen, denn vor Ort ist das Preisniveau erträglich bis billig. Abseits vom Strand dann wie erwartet nahezu geschenkt.

3)

Zu unserem Glück erwischten wir Bophut und nicht die bekanntere Chaweng Beach. Wo man in den Frühlingsmonaten nicht baden kann (zu starke Strömung) und das ganze Treiben schwer nach Ballermann aussieht. Teuere Resorts gibt es auf Ko Samui etliche. Die kann man sich aber getrost sparen. Den Strand benutzen alle, die Strasse bzw. die Kanalisation stinkt überall gleich, der Müll ist ebenfalls gleichmässig verteilt und wenn auf dem Nachbargrundstück (Bauruine) gerade mal wieder Plastikabfall verbrannt wird weht der Wind den Duft überall hin. Auch bei der Küche muss man nicht wählerisch sein. In 10 Fussminuten Umgebung gibt es rund 20 Restaurants aller Preislagen und das Frühstück (war bei Lawana o.k.) könnte man sich auch selbst besorgen.

Hinterland der Insel

Bergrestaurant

Küchenchef

Kokosnüsse

Trotz unserer ursprünglichen Abneigung haben wir dann einige Ausflüge auf der Insel organisiert und waren ganz überrascht, dass bei der "Jeep-Safari" gerade einmal acht Touristen in zwei Fahrezeugen an dem Tagesausflug teilnahmen. Auch dank des guten Reiseleiters war es ein schöner Tag, der uns über Stock und Stein ins Hinterland führte.

4)

Lediglich der Abstecher in den "Magic Garden" war ein Witz. In Europa würde jedermann Ärger mit den Behörden wegen einer solchen Landschaftsverschandelung bekommen. Aber die Kasse klingelt und die Touris haben ein Ziel.

Ang Thong Marine Park

Aussicht von Ko Mae Ko

Ausflugsboot

Traumstrand

Ebenfalls ein sehr lohnenswertes Ziel ist der Ang Thong Marine National Park, der in 90 Minuten mit dem Schnellboot von Ko Samui aus zu erreichen ist. Allerdings sind die Schnellboote mit 30 bis 45 Gästen ziemlich überfüllt. Anscheinend ist die Passagierzahl auf Thais ausgelegt. Der Durchschnittseuropäer bracht aber wohl 30% mehr Platz. Zumindest hatten wir einen guten Veranstalter gefunden, der uns zu einsamen Zielen brachte.

5)

Allerdings war der Tourenplan eng bemessen und kaum verliessen wir eine Bucht, kamen bereits die nächsten Gäste (meist dann mehrere Boote). Nach dem Tagesausflug (mit unnötigem Schnorchelabstecher zu einem "wasserflogverseuchten "Tauchrevier) braucht man dann jedoch einige Tage Erholung. Die Schläge und Vibrationen der Schnellbootfahrt können dem Magen kräftig zusetzen.

Geisterhaus

Bungalow

Abends im Resort

Sonnenaufgang

Im Lawana Resort haben wir uns kaum aufgehalten. Meist sind wir in einer Richtung für den halben Tag gewandert, waren dann schwimmen oder im Bugalow ausruhen. Der Pool ist zwar sehr schön angelegt. Bereits morgens um halb sieben kommen jedoch gewisse Gäste und belegen alle Stranliegen mit Ihren Handtüchern.

6)

Da entspinnt sich dann so manch ein Renterkrieg, wer nun wo zu erst war. Bereits nach wenigen Tagen meinen einige der Herrschaften bereits Gewohnheitsrechte zu besitzen. Sich zwischen diese fleissigen Bild-Zeitung und Blick Leser zu setzen, dafür fehlte uns aber der Nerv. So standen wir meistens auf der Vermisstenliste des Restaurantchefs, der jeden Abend aufs neue versuchte, uns anzuwerben.

Tempel

Grüner Buddha

Heiligtum

Hauptsache schön bunt

Sehr empfehlenswert ist auch ein Landausflug nach Surat Thani. Zwar hat die gesamte Gegen keine historisch wertvollen Monumente zu bieten. Doch alleine die Fährüberfahrt zu Festland auf den ausrangierten Seelenverkäufern ist abenteuerlich genug, um es einmal auszuprobieren.

7)

Auch die Fahrt mit den Langbooten durch die Kanäle um die alte Stadt Surat Thani sind ein besonderes Erlebnis. Leider suchte uns an diesem Tag der Regen heim. Obwohl die Monsunzeit bereits im Januar ausläuft, vielen zwei Tage regelrecht ins Wasser. Der Freude an dem Ausflug tat das aber nichts.

Ausserhalb von Surat Thani

Dorfrestaurant

Taxi

Rikschafahrer

Neben der Langbootfahrt und dem obligaten Mittagessen in einem kleinen Dorfrestaurant am Kanal gehört auch eine Fahrradrikscharundfahrt durch Surat Thani zum Programm. Nachdem ich meinen "Fahrer" aber das erste Mal sah, war mir nicht mehr so recht zu mute. Eigentlich gehört der Mann ins Altersheim und nicht vorne auf den Drahtesel um sich abzustrampeln.

8)

Während der Fahrer gemütlich in die Pedalen tritt, hoffe ich hinter ihm nur, dass wir im dichten Verkehr weder von einem der Busse oder LKW überrollt werden, noch dass mir mein Fahrer tot vom Drahtesel fällt. Der Schlag trifft mich dann aber. Das Telefon läutet, der Fahrer greift in seine Hosentasche und vereinbart am Handy den nächsten Taxitransfer. Ich bin sprachlos.

Tropfsteinhöhle

Oh,oh....

Monsunregen

Seelenverkäufer

Die Rückfahrt nach Koh Samui wird noch etwas ruppiger als die Hinfahrt. Der Monsun hat noch an Stärke zugelegt. Teilweise lässt der Regen kaum mehr 100 Meter Sicht zu. Wird schon gut gehen sagen sich vor allem die Einheimischen an Bord und schauen ziemlich skeptisch auf die See.

9)

Ich inspiziere derweil das Schiff. Nach einem Besuch der Herrentoiletten (Kategorie: tiefstes Afrika) schaue auch ich etwas skeptischer auf das Meer. Diese Schiffe werden vor allem von der Hoffnung über Wasser gehalten...

Ausflug nach Ko Tao

Wow...

Felsen und Meer

Ausflugsflotte

Ko Tao liegt rund 60 Kilometer nördlich von Ko Samui. Und wenn es in dieser Ecke von Thailand ein lohnenswertes Ziel gibt, dann ist es Ko Tao. Das Wasser ist kristallkalr, man kann hervorragend schnorcheln und tauchen und die Hütten und Bungalows an der Küstenlinie sehen sehr attraktiv aus. Ko Tao wäre ein gutes Ziel für eine selbst organsierte Reise, zumal man die Insel mit der Fähre von Bangkok aus erreichen kann.

10)

An der Nordwest seit von Ko Tao liegt dann eine kleine Privatinsel, die das Ziel des Ausflugs darstellt. Einerseits ist die Lage der zwei grösseren und einer kleinen Insel mit den drei sichelförmigen Stränden perfekt. Andererseits nimmt der Ansturm der Touristen kein Ende und man ist bald froh, ein Eckchen für sich gefunden zu haben.

Ausflugsboot

Schwimmende Tauchschule

Fischerboote

Harte Arbeit

Für uns völlig unverständlich ist, wie die ständigen Gäste auf der Insel mit dem Massenandrang zurecht kommen. Für die Preislage, die das resort fordert, wäre man auf den Malediven weitaus besser und vor allem abgeschiedener aufgehoben.

11)

Fasziniert hat uns auch der Fischerhafen von Ko Phangan, der Schwesterinseln von Ko Samui. Das farbige und emsige Treiben der Fischer ist eine Pracht. Allerdings darf dieses "Idyll" nicht darüber hinweg täuschen, dass das Leben der Menschen ein hartes ist. Zumal das Meer derart überfischt ist, dass die Erträge kontinuierlich sinken.

Kleine Fischerboote

Fischmarkt

Fisch für alle

Krabben für Gourmets

Dank des guten Nahverkehrssystems auf Ko Samui (Sammeltaxis auf der Ringstrasse um die Insel) ist ein Ausflug zur Inselhauptstadt Nathon völlig problemlos. Touristen wird zwar gerne ein höherer Fahrpreis abverlangt als Einheimischen, aber die Differenz lässt sich verkraften. Nathon überrascht uns einerseits mit schönen Märkten, andererseits aber auch mit einer ungebremsten Flut kopierter "Luxusgüterartikel" aus China.

12)

Anscheinend werden viele thailändische Händler von den geschäftstüchtigeren (bzw. skrupelloseren) Chinesen verdrängt. Statt individueller Souvenirs werden einheitliche Massenprodukte "Made in China" feilgeboten. Das ist schade und führt anscheinend auch bei der eigentlich sehr friedliebenden Bevölkerung zu erheblichen Ressentimens gegenüber dem "grossen Bruder".

Angeboten wird alles

Blumenverkäufer

Pekingente

Gemüsestand

Fasziniert sind wir dennoch von dem vielfältigen Strassenbild. Jedes Schaufenster entlockt uns ein staunen, können wir doch kaum übersehen, was von der einen Person hinter der Theke alles an Dienstleistungen angeboten wird. Der Werbespruch "Nichts ist unmöglich" sollte eigentlich aus Thailand kommen.

13)

Für uns von besonderem Interesse sind die farbenfrohen Frischmärkte. Ob Blumen, Enten, Gemüse oder Früchte, alles wird zum Verkauf oder Verzehr angeboten. Leider verkorkst sich Joly bei diesem Ausflug den Magen (nach einem ersten Blick in die Toilette des Restauarnts hätten wir uns mit unserer Erfahrung eigentlich verabschieden müssen) und muss für die nächsten 36 Stunden schwer büssen. Damit wird der kurze Urlaub noch kürzer.

Bananenblätter

Marktstrasse

Frischmarkt

Markthalle

Trotz der Einschränkungen eines Neckermann-Urlaubs hat uns Thailand insgesamt gut gefallen. Nach den ersten Tagen, in denen wir noch ein wenig geschockt waren (entgegen dem landläufigen Glauben ist Thailand ein Entwicklungsland und kein "Schwellenland") haben wir uns gut zurecht gefunden und Lust auf "mehr" bekommen.

14)

Allerdings nehmen wir uns beim nächsten Mal mehr Zeit und suchen unseren Weg wieder auf eigene Faust. Wann das sein wird, ist offen. Zunächst wollen wir wieder andere Regionen der Welt sehen. Aber vielleicht ist ja eines Tages sogar der Landweg bis nach Thailand möglich. Reizen würde uns das schon.

Nektarräuber

Schmetterling

Strandgeschäfte

Palmblätter

 

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