|

|
Unsere
(Ralf
und sein Freund Api)
Reise begann am 10.10.99 und dauerte 10 Monate.Wir hatten am
11.5.2000 das Mulivisa für Centralafrika in Yaounde bekommen,
sind dann über guter geschoberner Piste oder nagelneuer
Teerstasse (damit das Tropenholz auch besser und schneller nach
Douala kommen kam) über Bertoua, Bouar, Boali nach Bangui
(20.5.00) gefahren. Ab Ostkamerun fings dann auch wieder mit den
Schmiergeldzahlungen an, wobei wir am Pk12 und Pk5 in Bangui nicht
genötigt wurden. In Bangui war extreme Benzinknappheit, da die
Regenzeit etwas spät dran war (unser Glück), und kein
Benzin von Brazzaville via Schiff nach Bangui transportiert werden
konnte. Doch wir hatten Glück, dass drei Tage später
Lastzüge von Kamerun ankamen und wir uns nicht auf dem
Schwarzmarkt bedienen mussten. Wir sind auf dem Camgingplatz Dalango
abgestiegen (etwas ausserhalb hinter pk 5) Osse Bonaventure, der
Bersitzer ein sehr freundlicher Mann. Ein Schlüsselerlebnis
hatten wir mal auf einer Fahrt in die City. Da das Taxi gut
gefüllt war, stieg ich in den Kofferraum. Ein Mitfahrer musste
etwas abseits der Strasse raus, wo natürlich auch eine
Polizeistation war. Der Hilfspolizist lies sich nicht lang bitten:
einmal ins Kabuff Pass und Impfausweis bitte. Den Impfausweis hatte
ich ausnahmsweise mal nicht mit (ist auch nur, wenn überhaupt,
bei der Einreise erforderlich), das war das gefundene Fressen. In der
Zwischenzeit hatte sich der Taxifahrer aus dem Staub gemacht, kam
aber später wieder. Nach langem hin und her, seinen Argumenten,
dass mein Visa der Elfenbeinküste abgefaufen sei, hatten wir
ihnen verklickert, dass wir auf den Weg waren, um bei der Mission
Geld zu leihen, da wir auf Geld von Western Union warten würden
(was zwar alles erlogen war), stellten sie wohl fest, das momentan
nichts zu holen war. |
|
Tags
drauf trafen wir den Chef auf dem Markt wieder, der sich höflich
erkundigte, ob wir das Geld schon bekommen hätten. Ein weiteres
Mal kurz nach dem Grenzübertritt nach Centralafrika, durften wir
mal wieder über den Wegezoll diskutieren, was in der Regel so
von Statten ging: Api hatte eine leere Geldbörse, zeigte sie mit
der Begrüngung: kein Geld, Hauptstadt, Western Union, was sogar
sehr oft zog. Falls nicht, fragte er mich ,der natürlich kein
Englisch oder Französisch in dem Moment verstand auf Deutsch, ob
ich Geld hätte, zog Geldbörse Nummer zwei raus mit 1000
3000 CFA und der Kittel war geflickt. Geldbörse Nr. 3 mit
richtig Geld (~100$) kam nur bei der Einreise in den Zaire raus.) Ja,
da saßen wir bei dem Meister in der Hütte (Schwarzenegger
mit geschultertem Maschinengewehr-Poster an der Wand) und waren
gerade bei dem Abschnitt Geldbörse Nr 1, als der Chef seine
Pistole nahm und abdrückte (nicht geladen). Als wir verstanden
hatten, dass er nicht lange diskutieren wollte und eh die besseren
Argumente besaß, gaben wir ihm 2000 CFA und suchten das Weite.
Und zum Dritten: Kontrolle, Versicherungspapiere, (die allerdings
abgelaufen waren), was der Herr natürlich sah, und uns
mitteilte. Api nahm das Stück Papier, schaute kurz drauf und
sagte: Ist doch in Ordnung, schauen sie mal richtig hin",
gesagt, getan und er erwiderte stimmt, ist in Ordnung".
Vollgetankt ging es mit Zairevisa (46.000CFA) von Bangui via Bambari,
Bangasso, Rafai nach Zemio. Benzin haben wir teils auf der Strasse,
teils bei den Missionen gekauft. Bis hierhin waren die Fähren
alle autotauglich. Von Zemio sind wir dann (30.5.00) erstmals mit der
Piropge übergesetzt. Ihr könnt wahrscheinlich ungefähr
nachahnen, wie man sich fühlt, wenn das Bike in so einer
Nussschale senkrecht stehend über einen Fluss von ~ 200m mit
Wellengang übergesetzt wird. |

als
die Wege schlechter werden....
|
Laut
Carneeabschnitt ist schon mal ein Mercedes G mit mehreren Pirogen an
der Stelle übergesetzt. In Zaire angekommen durften wir dann 150
DM an "Gebühren" zahlen (u.a. fürs Visa der
Rebellen, Kamera und was denen nicht sonst so alles einfällt.
Wir wusten zwar, dass das eigentliche Visa nicht anerkannt werden
würde, aber ohne hätten sie andersrum diskutiert und wir
wohl noch schlechter dargestanden.) Weiter nach Gwane (50km in zwei
Tagen). Die gesamte Strecke war bis 100km vor Arua (Uganda) in
schlechten Zustand, tiefe Auswaschungen, Pfützen, wo man Gott
sei dank nicht durchmußte, andere wo man durch mußte und
das Motorrad ausging , weil der Auspuff unter Wasser kam. Brücken
gab es nicht, oder allenfalls zwei nebeneinanderliegende Bäume.
Die Rute, die wir gefahren sind, war ausschliesslich nur von
Radfahrern benutzt, die Palmöl von Buta nach Uganda und Benzin
retour transportiert haben, wo wir auch unseren Bedarf gedeckt haben.
(Benzinpreise zwischen 1,5$ Isiro und 3$ auf der Piste, maximaler
Verbrauch 17 Liter auf 100km, DR 650 SE ; XR 600). Weiter nach Ango
(Mission), Dili, und 20 km vor Poko brach Api sich zum zweiten Mal
das Wadenbein (alter Bruch), nachdem er in Kamerun sich zwischen
Ngaoundere und 80 km vor Foumban eine Polizeischranke zu spät
gesehen, sein Moto bei 80 Sachen auf die Seite geschmissen und unter
die Schranke hindurchgeschlittert ist. Das Problem war nur, dass
wärend des 20m Feindkontaktes sein Fuss zwischen Moto und Piste
war. Als er aufstand zeigte sein Fuss in die andere Richtung. Nachdem
er sich paar Minuten mit der Begründung ist nicht so
schlimm, der Fuss braucht nur etwas Zeit" hingelegt hatte, gings
via Taxi nach Foumban.
alle
Farben des Regenbogens>>> |
|
Nachdem
ein lokaler Arzt in Foumban (der in der DDR studiert hatte) seinen
Fuss mit 4 weiteren Leuten eingerängt hatte (jeder durfte mal
ziehen, inkl.der Praktikant) wurde der Fuss gegipst und wir sind
weiter nach Douala gefahren, wo wir 4 Wochen Zwangspause machten. In
Poko (6.6.00) pausierten wir 2 Tage (Röntgen anno 1950, nur
anstatt Api den Bleigürtel bekam, zog es der Doc vor, sich das
Ding umzuschnallen. Dachdem er das Ergebnis im Mondlicht begutachtet
hatte, kam er zu dem Ergebnis, daß das Schienenbein gebrochen
wäre, was wohl auch nicht ganz stimmte.
 |

gute
Fähren....

Herzinfarkt
Fähren....
|
Da
es nicht viele Möglichkeiten gab, fuhren wir weiter, für
die zwei Tage sollten wir für das Zimmer bei der Mission mit
vielen Untermietern im Bett 105$ zahlen, wir gaben 5 $ und fuhren
bitterböse weiter. In Isiro pausierten wir 5 Tage bei der
belgischen Mission (15$ pro Tag und Person, Einzelzimmer ,3
vorzügliche Mahlzeiten pro Tag, inkl. Bier. Im Gegensatz zu den
anderen Tagen auf der Piste = 1mal Essen am Abend :1 Packet Spagetti
2xTomatenmark, 1x Maggiwürfel, 1x Zwiebel, Festtage 1x Advocado,
ansonsten nur Mangos, Papaja und Ananas, welche reichlich am
Wegesrand standen, sowie bis zu 10 Litern Wasser.) - Nebenbei
bemerkt, ich hab auf der Reise 13 kg abgenommen.- Am vorletzten Tag
in Isiro kam der Vater von Poko zu Besuch, und hatte nichts besseres
zu tun, am Abendtisch zu sagen ,daß wir die Rechnung nicht
bezahlt hätten. Nachdem wir uns beim belgischen Vater
ausgesprochen hatten, meinte er zu uns, das es nicht das erste Mal
sei, das der Vater aus Poko so Klöpse reisst. Nachdem die
örtl. Behörde von Isiro Wind bekommen hatte, dass Touristen
in der Mission wären, mußten wir nochmal 20$ pro Person
zahlen, was aber seine Richtigkeit wohl hatte (da in der bereiste
Region Diamant und Gold abgebaut werden).Ansonsten haben wir nirgens
in Zaire bezahlt, da wir eh das Schnellste waren ,was dort rumfuhr.
Wenn die Dorfpolizisten noch schlaftrunkend die Hand hoben, haben wir
schön (zurück)gegrüsst und Gas gegeben, es sei denn da
waren mehr Waffen als Fluchtwege. |
|
Zu
der Zeit, wo wir in Isiro waren, waren 500 km weiter in Kisangani
Gefechte. Die Lage im Rebellengebiet war ruhig und geordnet, wäre
das Ugandische Militär nicht präsent gewesen,
(Kindsoldaten von 12 Jahren mit Fluppe im Mund und Automatik auf dem
Rücken.) wären wir der Wilkür der Polizei weit mehr
ausgeliefert gewesen. Nachdem wir bei der Mission vollgetankt und die
Reserven aufgefüllt haben (Sprit 1,5$/l , Büchse Sardinen
2,5$) ging es (13.6.00) nach Watsa. Ausser in Poko, Isiro und Watza
haben wir nur auf dieser Strecke einen Truck getroffen, der für
200km 4 Wochen gebraucht hatte. (Mungbere-Gombari; Lkw +1 Fahrer +5
Leute die die Piste präperierten) Wir kamen nur zu den
Entschluss, dass sie ausser Sperrgut noch schmuggeln mussten,
ansonsten hätte sich der Benzinverbrauch nicht gerechnet. In
Watsa kamen wir ebenfalls bei einer lokalen Mission unter (netter
Pater). Weiter über Makoro, Adranga nach Aru(a) ( 22.6.00). Die
Piste von Aba nach Arua soll zu der Zeit ein einem 1a Zustand gewesen
sein (laut UN). In Uganda haben wir noch den Murchinson Nat. Park
besucht weiter nach Kampala, Nairobi, wo Api bei einem amerik.
Spezialisten fachmännisch geröngt wurde. Sein Urteil:
"Operation, können wir nächsten Montag machen".
Api
lehnte Dankend ab, drei Tage später ist er ausgeflogen worden.
Seine Operation war nicht ohne, die Knochen mußten
abgefräst werden, im Gelenk hatte sich 1cm Narbengewebe
angesammelt. Sein Komentar paar einige Zeit nach der OP: Mein
Fuß/Bein sieht wie eine Roulade aus. |

Matsch
fun!
|
Ich
bin noch einen Monat länger geblieben habe mir die Masai Mara,
Ngorongoro, Zanzibar, Diani Beach angeschaut und mit der israelischen
Fluggesellschaft El Al (1,5 Std. Fragestunde mit dreimaligen Check
des Gepäcks um 1 Uhr früh) nach Zürich geflogen und
einen Tag später zum Voodoo Treffen gefahren. Fakt: Zur
derzeitigen Sicherheitslage kann ich nichts sagen. Das beste ist sich
gut vor Ort bei Botschaften und wie wir es gemacht haben sich von
Mission zu Mission durchzufragen. Hätten die Missionare das
Weite gesucht, wären wir mit Sicherheit nicht in den Zaire
reingefahren, da bekanntlich diese als letztes das sinkende Schiff
verlassen bzw. ausgeflogen werden. Die Strecke ist zu machen, wir
hatten Glück, das die Regenzeit noch nicht voll im Gange war. In
der Regel sind wir morgens um 5 losgefahren und haben um 16 Uhr den
Töff abgestellt, unser Zelt aufgebaut, gegessen und tot ins Bett gefallen. |
|
Ab
und an haben wir in Kirchen (nicht mehr als eine Rundhütte mit
einem Tisch als Altar, welcher beinahe von uns mal zum Kochen
entweiht wurde) übernachtet, die allerdings nur Sonntags benutzt
wurden. Ansonsten haben wir in verlassenen oder bewohnten Dörfern
von 5 Häusern geschlafen, dessen Bewohner zum Teil sehr nett
und neugierig waren. Wir haben nur einmal richtige Pygmäen
gesehen, was ich nie vergessen werde. Die zwei zierlichen,
tätowierten Frauen hatten wohl noch nie Weisse gesehen und wir
noch nie Pygmäen. Mit dem Auto müsste man sich auf das
gleiche wie Ihr erfahren" habt, gefasst machen.Uns wurde
in Centralafrika gesagt, dass es auch möglich sei, über Obo
in den Sudan und dann nach Uganda zu gelangen. Wäre eine
interessante Alternative gewesen. |

kein
Weg für Autos |