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Do it yourself |
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Die langwierigen Überlegungen zu Fahrzeugwahl und -ausbau mit zwei Jahren Reiseerfahrungen |
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oder: Der Versuch, es beim "nächsten Mal" besser zu machen |
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"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen...." Wohl wahr. Dabei ist es nur natürlich, dass es Erlebnisse gibt, die man gerne berichtet und andere, an die man sich weniger gerne erinnert. Und auch die negativen Erlebnisse sind wiederum in zwei Kategorien zu teilen: Erlebnisse mit der Umwelt und Erlebnisse mit sich selbst. Unterliegen die Erlebnisse mit der Umwelt zumeist einer recht beschränkten Einflussmöglichkeit des Reisenden, können die Erfahrungen mit sich und dem Fahrzeug bei einer gewissen Vorausschau positiv beeinflusst werden. Lang geredet kurz gesagt: Wer auf einer Reise mit Impfungen für seine Gesundheit vorsorgt, sollte auch bei der Wahl seines Fahrzeugs vorausschauend handeln ! Wer also plant, für längere Zeit nach Afrika zu reisen oder auch darüber hinaus weiterfahren will und dazu ein passendes Gefährt sucht, steht zunächst vor dem Problem, mit welchem Fahrzeug er in die Ferne schweifen soll. Das Angebot an fahrbaren Untersätzen ist riesig und dementsprechend verwirrend. Zwar kann man auch schon mit dem nächst verfügbaren, billigen Gebrauchtwagen losziehen, wer aber Probleme unterwegs vermeiden und selbständig in entlegene Winkel kommen will, sollte sich ein möglichst zuverlässiges Allradfahrzeug mit der entsprechenden Ausrüstung zulegen. Denn sonst gilt der zu Anfang genannte Spruch zumeist nur für die unendliche Litanei der aufgetretenen Fahrzeugprobleme. Der Königsweg zur Lösung aller Fahrzeugprobleme ist die geringe, aber sicherlich gegebene Hoffnung, ein gebrauchtes Reisefahrzeug zu ergattern, das - mit erträglicher Kilometerzahl und perfekt ausgerüstet - von einem Reisenden angeboten wird, der entweder sein Hobby zeit- oder geldbedingt an den Nagel hängt oder der aufgrund von Familienzuwachs ein grösseres Gefährt sucht. Leider ist die Wahrscheinlichkeit, ein solches Fahrzeug zu finden ähnlich rar wie ein Fünfer im Lotto. Man muss schon auf einen Unglücksfall eines anderen Reisenden "hoffen", dass er freiwillig sein geliebtes Fahrzeug hergibt. Und jeder, der unzählige Stunden Arbeit in den Ausbau eines Fahrzeugs gesteckt hat und für den seine Reiseerinnerungen nirgendwo sonst so lebendig sind wie hinter dem Lenkrad, wird sein Fahrzeug lieben und es aus "Unpässlichkeit" lieber für einige Jahre in einer Scheune unterstellen als es zu verkaufen. Ist dieser Königsweg verschlossen, bleibt dem "Fahrzeugreisenden in spe" keine andere Möglichkeit, als sich selbst ein Basisfahrzeug zu besorgen und dieses reisetauglich aufzubauen. Ausgehend von dem Gedanken, ein hochgeländegängiges Fahrzeug für 2 Personen und für mehr als nur die nächsten 6 Monate kaufen zu wollen, schränkt sich das Angebot von Basisfahrzeugen aus unserer Sicht angesichts Haltbarkeit, Stäbilität, Zuverlässigkeit und Ersatzteilversorgung auf Toyota Landcruiser oder HighLux, Mercedes "G", Landrover Defender und Nissan Patrol ein. Alle Fahrzeuge verfügen über stabile Starrachsen und sollten mit Dieselmotoren angetrieben werden. |
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Nach unseren Erfahrungen mit dem kurzen Mercedes 300 GD in Afrika haben wir uns eine Liste zusammengestellt, nach deren Anforderungen wir die Wahl des aus unserer Sicht besten Reisefahrzeugs eingrenzen wollen. Das Fahrzeug soll möglichst geräumig sein, führerscheinkonform aber weniger als 3,5to Gesamtgewicht haben und in einen Container passen, da wir diverse Verschiffungen einplanen wollen. Als Antrieb soll ein möglichst standfester und kraftvoller Dieselmotor dienen, bei dem eine Laufleistung von 500000 Kilometern keine Seltenheit ist. Mit oder ohne Turbo ist uns eigentlich egal, aber er soll rein mechanisch gesteuert werden. Die Elektronik fällt zwar nur seltenst aus, aber mitten im Amazonasgebiet stehen und fragend die Blackbox anstarren ist nicht die Wucht. Bei Eingrenzung des möglichen Problems auf Elektrik, Wasser, Luft und Treibstoff, ist die Fehlersuche meist überschaubar. Findet man dann das Problem nicht, ist es eh eine gröbere Sache. Neben einer Zuladung von ca. 1000 kg (wir rechnen bei 250 Litern Diesel, 120 Litern Wasser, zwei Ersatzreifen, Sandblechen, Ausrüstung und Proviant mit durchschnittlich 800 Kg Beladung und wollen darüber hinaus genügend Kapazitäten besitzen um das Fahrzeug nicht Verschleiss fördernd überladen zu müssen) muss ebenfalls eine weltweite Ersatzteilversorgung gewährleistet sein. Damit fallen alle "Exoten" bereits aus. Und last but not least: das alles muss in einem überschaubaren finanziellen Rahmen bleiben. Abgesehen davon, dass man sonst mehr Geld ins Fahrzeug als in eine zweijährige Reise steckt, ist das Risiko, das Fahrzeug irgendwo zu "verlieren" auch finanziell nicht mehr tragbar. Sich einen Wagen leisten zu können und es sich leisten können, diesen zu verlieren (Unfall, Überfall, Raub) ist ein erheblicher Unterschied! Natürlich gehen die Meinungen über die Tauglichkeit der Fahrzeuge gewaltig auseinander. Einen kleinen Einblick in die teilweise einer Realsatire gleichenden, endlosen Diskussionen findet sich in den diversen Internetforen wie z.B: www.viermalvier.de Bei allen Betrachtungen sind für uns aber ausschliesslich die Kriterien zur Fernreisetauglichkeit ausschlaggebend und nicht die möglichen Offroadfähigkeiten eines leeren Fahrzeugs im Trailgelände. |
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Nach reiflicher Überlegung und Abwägung aller für uns relevanter Kriterien für das neue Reisefahrzeug haben wir uns schliesslich zum Kauf eines Toyota Landcruiser HZJ 78 durchgerungen, dem Modellnachfolger des bewährten HZJ 75, der nun mit einer besseren Innenraumausstattung, überarbeitetem Getriebe und mit Schraubenfedern vorne ausgerüstet, Funktionalität und Fahrkomfort für den Fernreisenden optimal vereint. Die Kostenabwägung im Verhältnis zum verfügbaren Raumangebot hat dabei für einen StationWagon (HZJ78) und gegen einen Pickup (HZJ79) gesprochen. Zwar gibt es wunderbare Aufbauten für die Pick Ups, aber wenn man den Wunsch eines direkten Durchstiegs zum Fahrersitz hat, wird es richtig teuer. Ausschlaggebend für uns beim HZJ78 war neben der absoluten Zuverlässigkeit des 4.2 Liter Dieselmotors die gewaltige Zuladung von 1200 kg, das grosse Raumangebot bei fast 5 Metern Länge, der vertretbare Preis (in der Schweiz bis 2001 direkt importiert, danach aufgrund Abgasvorschriften nicht mehr neu zulassungsfähig) und die nahezu weltweite Ersatzteilversorgung. Aber wie alles ist die Entscheidung eine rein persönliche und somit subjektiv.
Natürlich hat auch der Toyota seine Nachteile. Hier die aus unserer Sicht wichtigsten: a) die eingeschränkte Alltagstauglichkeit. Als Zweitürer ohne echte Rücksitze und mit den gewaltigen Aussenmassen (Höhe >2,05m) ist der HZJ nicht gerade der Wagen, mit dem man am Samstag Vormittag in die Stadt zum shoppen fährt. b) den Wagen gibt es nur sehr selten gebraucht. Selbst der Vorgänger HZJ 75 hat auf dem Gebrauchtwagenmarkt Seltenheitswert. Wir haben Anfang 1999 rund 6 Monate gesucht und keinen gefunden. Obendrein ist der Gebrauchtpreis der Fahrzeuge sehr hoch, nur nachdem es die Fahrzeuge nicht mehr neu gibt, bleibt einem keine andere Wahl. Es werden wohl HZJ noch grau importiert und Euro4 gerecht umgerüstet angeboten, die Preise dieser Neufahrzeuge erscheinen aber ziemlich unvernünftig. c) und auch das sollte nicht verschwiegen werden: der Wagen ist weltweit hochbeliebt, vor allem bei Autodieben, Banditen, Schmugglern und korrupten Staatsdienern! Dementsprechend müssen nochmals zusätzliche Vorsichtsmassnahmen ergriffen werden. Bei der Fahrzeugwahl hat aber ebenso ein Vergleich mit den anderen möglichen Fahrzeugen zur Entscheidung beigetragen. Die aus unserer Sicht wesentlichen Abstriche gegenüber dem Landcruiser:
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Nachdem wir den Wagen im November 99 bekommen haben, machten wir uns zunächst auf die Suche nach einem geeigneten Ausbau. In Afrika hatten wir zwar beste Erfahrungen mit einem Dachzelt gemacht, aber nach etlichen Regennächten, dem Auflösen der Imprägnatur und entprechend feuchten Erfahrungen haben wir nun den Wunsch, Dachzelt und Zutritt zu den Frontsitzen ohne Ausstieg zu vereinbaren. Der Sicherheitsaspekt, den Wagen in einer (hoffentlich nie eintretenden) kritischen Situation (falls man bei Nacht aufgestöbert wird und sich entfernen muss) nicht verlassen zu müssen um abzufahren, ist dabei unser Hauptanliegen. Die beste Lösung wäre sicherlich ein Hochdach. Aber wie alles bei der Fahrzeugwahl, hat auch das Hochdach seine zwei Seiten. Neben der Problematik, dass der Wagen bei einer Verschiffung in keinen Container passt und nur teure und einbruchgefährdete Transporte zulässt, ist es gerade in heissen Gegenden nicht besonders erfrischend, im Wagen Schlaf zu suchen, wenn der Motor noch nach Stunden Hitze ins Wageninnere abstrahlt. Die (für uns bezahlbare) Lösung ist ein Hubdach für den Toyota, den wir mittlerweile auf den Namen "Zebastian" getauft haben. |

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"Zebastian" |
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(die Schaafe sind aufpreispflichtiges Zubehör) |
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