Innenausbau

Den Innenraum haben wir nicht nur aus Kostengründen selbst ausgebaut. Abgesehen von den schwer verdaulichen Preisvorstellungen professioneller Ausbauer (ab 20 000 Franken und nach oben offen), wollten wir im Hinblick auf die nächste geplante Reise (Panamerica) den Ausbau ganz individuell nach unseren Bedürfnisse gestalten. Mit der Erfahrung aus zwei Jahren Leben im Auto während der Afrikatour haben wir eine sehr konkrete Vorstellung, was der Innenausbau leisten soll. Bei einer Langzeitreise legen wir dabei mehr Augenmerk auf maximalen Stauraum als auf absolute Bequemlichkeit. Wir werden immer bestrebt sein, in der optimalen Jahreszeit zu reisen und - wenn irgendwie möglich - draussen und nicht im Wagen leben (das macht für uns den grossen Unterschied zum Leben zu Hause aus). Und sollte das Wetter einmal über einen längeren Zeitraum richtig schlecht sein, werden wir Unterschlupf in einem Hotel oder einer Pension suchen.

Linke Seite:

2 Stühle, hoher Schrank, Schalter für Standheizung, durchgehende Dachleiste für Bettbretter

offenes Seitenfach zur Aussenwand:

Warndreieck, Abschleppgurt etc.

Mitte:

Befestigungsösen für 2 Alukoffer, die auch als Sitze dienen. Die Ösen sind sehr wichtig, sollte einmal grösseres im Innenraum transportiert werden.

Rechte Seite:

Halbhohes Sideboard, Sitzplatz, über 2 Winkel aufklappbarer Tisch; rechts in der Ecke: Wasserhahn auf Sockel

 Decke: Gepäcknetz, 3 Dachbretter zum Bettenbau unten und oben, Innenzelt zur Wärmeisolierung

Schrankmasse links:

Breite Mittelgang:

Sideboardmasse rechts:

ca. (b) 42 cm x (h) 113 cm x (l) 180 cm

ca. 40 cm

ca. (b) 50 cm x (h) 65 cm x (l) 200 cm

Beim Innenausbau haben wir zunächst eine Bodenplatte aus Phenolholz in den Heckraum gelegt, in der der gesamte Ausbau verankert wird. Eine einzelne Platte ist zwar stabiler, aber angesichts von rund 100 Holzschrauben, die wir von unten durch die Platten stecken mussten, haben wir uns entschieden, die Platte zu halbieren. Vier Aluminiumstreben, an denen dann die Schränke befestigt werden und von denen die beiden äusseren mit dem Chassis verbunden sind, stellen die Stabilität wieder her. Obendrein ist die Einrichtung dann noch an allen seitlichen Befestigungspunkten der Originalsitzbänke fixiert, nach vorne hin an den Befestigungen der Sitze abgestützt und (der Schrank) auch nochmals im Dach stabilisiert.

Als Materialien für die Schränke haben wir Sperrholz (Birke AW100 wasserfest verleimt) und Aluminiumleisten verbaut. Alles in der Dimension "lieber zwei Mal zu viel als 1 Kg Gewicht gespart", denn das Fahren auf Wellblechpisten erzwingt butalere Vibrationen als man es sich vorstellen kann. Neben der Überdimensionierung werden zudem alle Elemente absolut spielfrei verschraubt. Zwar bringt jede Schraube zusätzliches Gewicht, da unser "Ueli" aber ein "Allrounder" werden soll und nicht ein Wüstenspezialist, können wir das Mehrgewicht ruhigen Gewissens akzeptieren.

Auf der linken Fahrzeugseite (hinter dem Fahrersitz) haben wir auf der ganzen Länge einen "Schrank" montiert, der bis zur eingeklebten Bettplatte über den Fahrersitzen reicht (von aussen gesehen auf Höhe der Regenleiste). Hier findet sich Platz für Bekleidung, Werkzeug, Vorräte und die Toilette, die zur Benutzung in den Gang gestellt wird. Eine Rückseite setzen wir im Schrank nicht ein. Das nimmt zu viel Platz weg, ,aber wir isolieren die Fenster mit aluminiumbedampftem Styropor (auch als Schlagschutz).

Die Decke des Schranks ist gleichzeitig fest montierter Boden des Betts und nimmt mit 30 cm ein viertel der Wagenbreite ein. Damit können die Einlegebretter für das Bett deutlich gekürzt werden (sie sind nun handlicher und biegen weniger durch). Mit zwei Brettern à 45x90 cm und einem Brett zu 51x90 cm können wir nun nicht nur das Bett im Dach bereiten sondern auch den Mittelgang zu und den Kühlschrank abdecken, sodass wir auf Fensterhöhe ein Notbett von 95x200 cm für eine Nacht haben.

Die rechte Fahrzeugseite hinter dem Beifahrersitz ist nur halbhoch ausgebaut. Hier befinden sich die Wasserkanister (2x30 Liter Hülsdorf Weithals), der Kühlschrank und ein Sitzplatz, den wir später eingebaut haben und ein gewisses Mindestmass an Komfort im Wagen bietet. Dem Sitzplatz haben wir überflüssigen Strauraum und den Gaskocher geopfert. Über dem Stauraum befindet sich ein aufklappbarer Tisch, an dem wir beide Sitzen können (einer auf dem Sitzplatz, einer auf der Alukiste im Gang). Der Ausbau reicht bis auf Fensterhöhe. Somit ist beim Fahren eine passable Sicht zur Seite und nach Hinten erhalten geblieben. Während die Frontfester mit Alufolien abgedeckt werden, haben wir uns im Heck für Gardinen aus temperaturdämmendem Material entschieden. Die Frontfenster haben wir zudem mit Einschlagfolie bekleben lassen, um sie widerstandfähiger bei Einbruchversuchen zu machen.

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