Das Leben unterwegs

Wie gesagt, ist der ganze Wagen darauf ausgelegt, dass wir draussen leben wollen. Denn das ist es, was wir beim Reisen suchen. Zudem ist das Platzangebot im HZJ78 trotz seiner 5 Meter Länge nach dem Ausbau auch nicht mehr allzu üppig. Gekocht wird auf dem Aluminiumklapptisch, den wir in der rechten Hecktüre montiert haben (alles ist schnell zur Hand und der Wind spielt keine grosse Rolle, mit Vordach ist auch das Regenproblem gelöst und die Gerüche und Dämpfe bleiben draussen). Kochen tun wir auf zwei Optimus Benzinkochern, die nebeneinander auf den Tisch passen. Sollten wir aus Wettergründen im Wagen kochen müssen, haben wir noch einen Gaskartuschenkocher dabei.

Alle wesentlichen Küchenutensilien sind im Küchenkoffer oder unter dem Klapptisch im rechten Sideboard untergebracht und gut erreichbar ohne dass man ganz in den Wagen einsteigen muss. Der hintere Alukoffer dient zudem als Gewürzfach und ist ebenfalls schnell erreichbar.

Das Hubdach ist in rund 30 Sekunden aufgestellt. Einfach die Fixierungsgurte am Heck öffnen und das Dach kurz anheben, schon haben wir einen angenehmen Wohnraum. Das Bett ist dann binnen 3 Minuten gemacht. Nur die drei Holzplatten ausziehen, die Thermarest Matten etwas aufblasen, Schlafsäcke und Kissen ausbreiten. Fertig.

Regnet es oder brennt die Sonne gnadenlos vom Himmel, können wir in wenigen Minuten ein kleines Vordach am Heck einrichten. Die 1,20x1,60 m grosse LKW-Plane wird in die Kederleiste eingeführt und mit zwei Teleskopstangen abgestützt. Zur besseren Führung und einfachen (trockenen) Monatge bei Regen haben wir später an der Fahrzeugseite noch zwei Teleskopstangen montiert, die sich nach hinten ausziehen lassen und in die die Plane eingehängt werden kann. Zum Regenschutz kommen dann 3 kleine Planen hinzu, mit denen wir den kleinen Heckplatz nahezu lückenlos schliessen koennen .

Das grosse Sonnensegel (3x4 m Tarp) stellen wir nur auf, wenn wir länger bleiben wollen.

Sollten es die Umstände nicht zulassen, draussen zu leben (Sicherheit, Wetter, Zeitdruck) können wir zur Not auch im Wagen bei geschlossenem Dach kochen und essen und wenn es sein muss auch schlafen. Spätestens dann kommt aber mal wieder ein gewisses Sardinengefühl auf. Aber im Verhältnis zum kurzen Mercedes "G", wo wir im Kongo vier Wochen im Wagen schlafen mussten, ist es recht luxeriös.

Blick vom Heck nach vorne

Blick von vorne zum Heck

(Joly in der Front. Angesichts der drangvollen Enge wissen auch wir jetzt was gemeint ist, wenn einer "Wohnklo" sagt)

(Ingo vor dem Abendessen im verregneten Norwegen. Kartoffelpüree, Rührei und Spinat. Muss ja nicht jeder mögen)

So, wir hoffen, wir konnten Euch ein wenig Ideen geben, wie man einen Wagen aufbauen kann. Es macht viel Spass ist aber auch eine nahezu endlose Arbeit. Und eines ist sicher:

Nach der nächsten Reise wissen wir bestimmt, was wir besser machen können........

Was uns nun noch beschäftigt ist die Stabilität des ganzen Ausbaus. Der Norwegenurlaub hat zwar gezeigt, dass alles recht praktisch eingerichtet ist und auf Schotterwegen auch alles gut verstaut ist. Bis zur ersten Saharafahrt im Herbst wissen wir aber noch nicht so recht, ob die Konstruktion auch stundenlangen Wellblechfahrten widersteht. Als ersten kleinen Test und um mal so zu schauen, wie es mit dem "Ueli" im Dreck ist, waren wir dann mal mit Jürg Sollberger in der Kiesgrube. Im Geländefahrkurs gab es für uns zwar nicht viel neues, aber es war schon imponierend, wie der Wagen im Dreck zieht, wenn er muss. Kein Vergleich mit dem alten Gustav, dessen 90 Pferdchen schon bei mittelschweren Passagen die Luft ausging. Was wir aus Algerien zu berichten haben, findet Ihr hier im Winter. Bis dahin gibt es nur noch einige kleine Bildchen aus der Grube.

Erst mal reintasten und luege...

... dann ein bisschen rauf und runter fahren

Ich wusste schon, warum die Heckstossstange verstärkt werden muss: Man planiert damit alle Steilhänge!

... und Verschränkung hat er auch. Na ja, es könnte schon etwas mehr sein, aber mit den Blattfedern wollen wir nicht klagen.

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