Auch unsere Homepage hat natürlich eine Seite, die nur für Besucher über 18 Jahre freigegeben ist:
Zebastian nackt !

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Nicht dass es auf dieser Seite etwas jugendgefährdendes zu sehen gäbe, aber der nötige Führerschein zum bewegen eines solchen Wagens ist (in Europa) noch immer Leuten über 18 Jahren vorbehalten. Man wird also erst fürs Leben verdorben, wenn man volljährig ist. Warum verdorben? Nun, kein normal funktionierender Bürger der Leistungsgesellschaft würde sich je ein solches Fahrzeug zulegen. Da gibt es viel erstrebenswertere Statussymbole. Nur rettungslos mit dem Reisefieber infizierte Individuen, die einen steten Drang verspüren, sich den Erwartungen von Eltern, Schwiegereltern und Vorgesetzten zu widersetzen, werden sich je ein solches Fahrzeug kaufen und damit immer wieder einen Ausbruch aus der allumfassend geregelten Gesellschaft suchen. Kurz gesagt: insbesondere die deutsche Maxime vom "schaffe, schaffe, Häusle baue" wird durch diese Fahrzeuge massiv untergraben. Ein kaum zu berechnender Schaden für die deutsche Volkswirtschaft ist die Folge. Achtung! Diese Homepage kann zu unerwünschte Nebenwirkungen führen. Jede Verantwortung für die Verbreitung des Reisevirus wird von den Homepagebetreibern abgelehnt! In der Folge nun die minutiöse Darstellung des möglichen Krankheitsverlaufs: |
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Der (un)heimliche Infekt mit dem "Virus Buschtaxus" |
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Wer Afrika durchquert, dem fällt bald eine gewisse Dominanz bei den Fahrzeugen auf, die einem den Weg kreuzen. Die Einheimischen fahren Fahrrad oder werden von Kamikazefahrern mit Toyota HighAce Bussen über die Pisten geflogen, die Weissen vor Ort stecken entweder in dunklen Limousinen deutscher Bauart oder werden von ihren Fahrern mit Toyota HighLux oder Landcruisern in die entlegenen Gebiete ihrer ehemaligen Kolonien chauffiert. Auch wenn wir immer wieder Einheimische mit Toyota HighLux gesehen haben, hat doch nur ein Fahrzeug den Brückenschlag zwischen schwarz und weiss, zwischen Afrika und Europa geschafft. Der Landcruiser. Heutzutage zumeist in der Gattung HZJ75 anzutreffen. Er dient genügsam sowohl materialmordenden Entwicklungshelfern als Transportfahrzeug für jeden Zweck wie auch den technisch völlig unbekümmerten Einheimischen, die "Service" als ein Handlung verstehen, bei der ein Fahrzeug mutwillig zerstört wird. Kurzum: kein Fahrzeug hat in Afrika einen solche Einsatzbreite wie der Toyota Landcruiser, das Buschtaxi. |
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Ursprünglich auf die Nutzung von Fahrer, Beifahrer und weiteren 8 Personen ausgelegt, kann man in Afrika auch schon mal zwei Fussballmannschaften im Innenraum antreffen. Ganze Tierherden wurden mit dem Landcruiser schon transportiert und findet man den Wagen etwas abseits stehend wurden nicht wenige Insassen auch schon schlafend überrascht. Für uns - mit dem viel zu kleinen Mercedes "G" durch Afrika unterwegs - war schnell klar: das ist das Auto unserer Träume. Viel Platz. Unendlich viel Platz im Verhältnis zum kurzen "G". So mussten wir bereits in Südafrika erste Suchtanzeichen zu Kenntnis nehmen. Kaum in Kapstadt angekommen hatten wir bereits die ersten Toyota Prospekte in der Hand. Dass wir dann mal in einem Landcruiser mitfahren konnten, liess eine Weile auf sich warten und der "Virus Buschtaxus" wurde für gut ein Jahr vom fiebrigen Reisevirus überdeckt. Erst gegen Ende der Reise ergab sich (pannenbedingt) die Gelegenheit, mit Freunden in deren mit Hochdach ausgebauten BJ45 mitzufahren. Nur wenige Kilometer; von VicFalls bis Hwange. Aber die Strecke hatte gereicht. Gefedert wie ein Eichenbrett, eine Lärmkulisse im Führerhaus, dass man seine eigene Gedanken nicht mehr hören konnte, aber: .....viel Platz! Der Virus war wieder voll ausgebrochen. |
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Rostzerfressen und in ziemlich desolatem Zustand mussten wir unseren "G" schliesslich in Namibia zum Ende der Reise verkaufen. Das Geld konnten wir natürlich auch gut gebrauchen. Nach zwei Jahren ohne Einkommen ist jedes Polster aufgezehrt. Daheim kehrte nach den ersten Aufregungen der Alltag langsam zurück. Bald sind auch Wohnung und neue Arbeit gefunden. Aber schon mit ersten Zuckungen auf dem Gehaltskonto kehrt der Gedanke an ein neues Reisefahrzeug zurück. Mit jedem Monat frisst sich der "Virus Buschtaxus" tiefer in das vom Reisevirus vorgeschädigte Gehirn. Die fernwehgesteuerte Sucht nach ehrliche Mechanik, ohne labile Elektronik, zwar vorne und hinten auf Blattfedern gelagert, setzt sich irreparabel fest. Das Buschtaxi, der HZJ75 war der Traumwagen, auf den wir hinsparen wollten. Aber dann: oh Schreck! Auf dem Voodoo-Treffen 1999 erfahren wir, dass der HZJ75 eingestellt wird. Das Ende des Buschtaxis? Was danach kommt, weiss keiner so recht. "Bestimmt noch so eine Juppi-Kiste". Sonntag Abend rechnen wir alles Geld zusammen, was wir haben, addieren unser zukünftiges Einkommen (hochgerechnet auf 3 Monate Lieferzeit) und stehen Montag Morgen als erste Kunden bei Toyota um die Ecke. Ein HZJ75 sollte es sein. Weiss. "Oh da haben wir noch einen auf dem Hof stehen". Wir gehen uns den anschauen, träumen, wollen ihn fast einpacken, wäre da nicht das Geldproblem und unser Wunsch: "Diffsperren sollte er aber schon haben". Die hat das Vorführmodell leider nicht und so muss unser Wagen bestellt werden. Aber ohne Garantie! Selbst der Händler ist sich nicht mehr sicher, ob wir noch einen bekommen können. Dafür gibt es aber einen besonders guten Preis und das Servicepaket für 3 Jahre kostenlos. |
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August, September und November waren dann ziemlich frustrierende Monate, kam doch langsam heraus, dass der Modellnachfolger des HZJ75 der HZJ78 sein würde. Der gleiche Motor, keine Elektronik aber viele sinnvolle Verbesserungen. Es war fast, als wenn ein Fernreisender sein Traumauto zusammenstellen durfte. Vorne Schraubenfedern für besseren Fahrkomfort / Sitze, die man auch als solche bezeichnen konnte / ein neues Getriebe, das sich schalten lässt wie bei einem PKW / ein neues, besser abgestuftes Reduktionsgetriebe / eine Umlenkung für den Kupplungshebel, dass nicht nur Berufskraftfahrer einen ganzen Tag fahren können / ein Bordnetz mit 12 Volt statt den bisherigen 24 Volt / die Differentialsperren nun serienmässig / die Blattfedern am Heck verlängert für höhere Zuladung bei besserem Komfort und vieles mehr Das alles in der grossen, eckigen Karosserie des bewährten Buschtaxis, für das es jede Menge passenden Fernreisezubehörs gibt. Schlicht das ultimative Basisfahrzeug für den Fernreisenden. Und wir hatten noch den alten HZJ 75 bestellt...... |
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Ende November schaue ich "zufällig" bei Toyota vorbei. Der Liefertermin ist bereits drei Wochen überfällig. So recht Lust, Druck zu machen, haben wir aber nicht mehr, hätten wir doch viel lieber den HZJ78. Mein Toyotaverkäufer strahlt mich an: "Sie haben aber ein feine Nase. Der Wagen ist heute gekommen." Mit gemischten Gefühlen folge ich in die Tiefgarage. Schnell sehe ich das hohe Fahrzeug zwischen all der zwergartigen Corollas und Vernunftautos. Mein Verkäufer, redselig wie er ist, erzählt rührend, dass wir leider nur ein "gefaceliftetes" Modell bekommen hätten. Neuer Blinker vorne, schöner gestaltete Kühlerrippen und so. Und während ich so ziemlich abwesend zuhöre, wage ich einen scheuen Blick zwischen Vorderrad und Kotflügel. Es ist dunkel in der Garage und... mich tritt ein Pferd. Schraubenfedern! Ich könnte fast an die Decke springen, aufschreien, verkneife mir es aber, nachdem mich mein Verkäufer fragt ob ich den Wagen denn auch tatsächlich haben wollte, da es ja nicht genau der bestellte sei. Man würde auch den Preis so lassen... So haben wir den ersten HZJ 78 bekommen, der in der Schweiz ausgeliefert wurde. Das "Virus Buschtaxus" ist unheilbar ausgebrochen. Ein Internet Forum für das Buschtaxi findet sich auf www.buschtaxi.de |
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Nach der Überführung zu uns nach Hause, findet die "Jungfernfahrt" erst zu Sylvester 1999 statt. Einmal rund um den Vierwaldstätter See. Auf Anhieb fühlen wir uns in dem Wagen heimisch. Der Motor blubbert vor sich hin und bietet Kraft aus allen Lebenslagen, selbst die Beschleunigung am Berg ist umwerfend. Kein Vergleich mit dem 3 Liter Motor vom "G", der ziemlich tempramentlos seine Arbeit verrichtete. Zum Komfort des Mercedes meinen wir aber keine Abstriche zu spüren. Die Geräuschkulisse ist noch geringer als in unserem 8 Jahre alten Ford Escort Kombi und die Sitze sind auch für grösser gewachsene Menschen bequem. Kupplung, Schaltung und auch Steuerung arbeiten sauber, ohne Spiel und absolut leichtgängig. Nur den Allrad einzulegen ist noch etwas schwierig, aber das legt sich mit den ersten 10000 Kilometern. Lediglich die Strassenlage des HZJ78 lässt zu wünschen übrig. Auf der von Toyota zumeist vorgesehenen 205R16 Bereifung rollt der Wagen wie auf Holzrädern. Enge Kurven werden mit etwas zu viel Tempo abenteuerlich. Der Wagen will gerade aus, die Räder rudern dagegen. Zudem ist die Servolenkung eher auf herbes Gelände ausgelegt und etwas indirekt. Spurrillen versetzen den Wagen, ohne dass man es in der Lenkung merkt. Man muss aufmerksam sein. Mit Umbereifung auf 235/85 R16 ist aber auch das Problem beseitigt. Nun kann man Kurven fahren und hat jeder Zeit guten Gripp. Richtig auf der Strasse liegt der Wagen aber erst, nachdem wir den Zusatztank auffüllen. 150 kg im Heck bedingen zumindest in Ansätzen, dass auch die Heckfederung anspricht. Wasserdichtigkeit (ein leidiges Thema beim Landy) ist beim Toyota keine Frage, man muss hingegen eher schauen, dass man im Wagen nur bei geöffnetem Fenster schläft, er ist so hermetisch abgedichtet, dass das "Virus Buschtaxus" fatal wirken könnte. |
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Nicht nur für uns hat sich der HZJ 78 auf seinen ersten 20000 Kilometern als das absolute Traumfahrzeug herausgestellt. Mehr und mehr Fernreisende satteln auf das Fahrzeug um. Bis auf wenige Abstriche (4 Türen könnte er haben und eine echte Rückbank), gibt es nichts zu bemängeln. Der Fall ist klar: das "Virus Buschtaxus" greift epedemieartig um sich. Nur hat der ahnungslose EU-Bürger die Rechnung ohne die seuchenerprobten Bürokraten in Brüssel gemacht. Ab 2002 ist der HZJ Motor in Europa nicht mehr zulassungsfähig. Zwar braucht er "nur" 12 Liter Diesel und ist eher ein Vernunftauto als ein BMW X5 oder eine MB 420ML, aber: der stinkende Dinosaurier muss weg. Zu viel unkonventionelle Freiheit bringt Schaden für die Gesellschaft. Auf Hilfe von Toyota zu hoffen (vielleicht einen emissionsärmeren Motor anzubieten) scheint hoffnungslos. Erst seit Anfang 2001 nach Deutschland importiert, wird der Wagen schon wieder eingestellt. Gerade in der derzeitig schäumenden Diskussion um Bullenfänger (was ein Wort!) und Unfällen mit Kind, kann es Toyota nur recht sein, dass solche Fahrzeuge verschwinden, die nur negative Publicity machen. Was nützt ein 100 Mio. DM Werbeetat um die Vorzüge der modernsten japanischen Fahrzeugflotte herauszukehren, wenn morgen die Zeitungen voll sind mit einem Unfall, bei dem dem Geländefahrzeug attestiert wird, mit einem überholten Fahrzeugkonzept gebaut worden zu sein. Wenn der Landcruiser einen Nachteil hat, dann jenen, dass er weder Image noch Lobby hat. Er funktioniert einfach nur. Wie es scheint, ist nun doch ein Rezept gefunden worden, um zumindest das unkontrollierte Ausbreiten des "Virus Buschtaxus" zu verhindern. Den bereits infizierten wird es jedoch nicht helfen. Sie werden alles daran setzen, ihre "Krankheit" zu hegen und zu pflegen so lange es nur geht. In dem Sinne: lieber Suchtgefährdeter, gehe sofort zum nächsten Autohändler, gehe nicht über Los und hoffe erst recht nicht auf eine Ersatzdroge. Aber nur wer viel, viel Glück hat, wird noch einen der letzten HZJ erwischen. |
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