1 Jahr Südamerika mit dem HZJ 78
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Noch bevor wir nach Südamerika aufgebrochen sind haben wir für weiteren Stauraum einen kleinen Dachträger über der Frontscheibe montiert. In den beiden Alukisten befinden sich vor allem unnötige Dinge (Flossen, Tauchmasken, Unterwasserkameragehäuse) und leichte, sperrige Dinge (Luftfilter etc.). Der Dachträger dient gleichzeitig als Träger für ein Schutznetz gegen Steinschlag auf der Frontscheibe in Patagonien (nie genutzt, Steinschlag auf der Autobahn kassiert) wie auch als Einbruchsicherung bei der Frontscheibe (aufschneiden des Fenstergummis ist nicht mehr möglich) und als Sonnenschutz (ganz wichtig und wertvoll).
Der Bau des Dachträgers ist nicht ganz einfach (viele Winkel, vorne schmaler als an Basis), doch bislang hat er seine Aufgabe bestens gelöst und weder an den Aufnahmen unten (an Motorhaubenscharnierbasis) als auch am Hubdachrahmen sind bislang Schäden aufgetreten. (Gestell Stahl, feuerverzinkt und geschweisst, 3 Teile aneinander geschraubt: links mitte rechts). Befestigung am Wagen geschraubt und mit Sika verklebt. Demontierbar. |
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Auch die Heckscheiben haben wir zusätzlich gegen Sicht und Einbruch gesichert. Auf fest montierten Querleisten haben wir Alulochbleche aufgenietet, die wir daheim wieder demontieren können. Durch das Blech kann man von innen noch erstaunlich gut schauen. Die Fenster sind zudem gegen Steinwürfe böser Buben geschützt.
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Was wir nach einem Jahr beim Ausbau anders machen würden und welche Probleme wir bislang hatten:
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Hubdach: keine Probleme (nur regelmässig das Zelt imprägnieren, so ca. alle 6 Monate), der Zeltstoff hat sich jedoch im harten Wind Patagonien etwas geweitet. Dachträger: keine Probleme Toyota Mechanik: keine Probleme, abgesehen von normalen Serviceintervallen bei km 40'000 lediglich Lenkungsdämpfer gewechselt Toyota Karosserie: die Schlösser der Vordertüren sind mittlerweile etwas hakelig, Rostflecken sind nach einem Jahr in Wind und Wetter (auch nach dem Salar Uyuni) nicht zu sehen Anbauteile: Landrover Heckstufe nach 3 Monaten defekt, jedoch einfache Reparatur, Zusatztank: Überlaufschlauch rinnt nach 12 Monaten, sonst keine Probleme Toyota Innenausstattung: keine Probleme Innenausbau: keine Probleme, aber wir hätten gerne mehr Platz für einen zweiten Sitzplatz und einen komfortablen Tisch, am liebsten noch für ein Sofa, zum gemütlich schlechtes Wetter aussitzen. Das lässt sich aber in dem kleinen Wagen nicht realisieren. Vor allem, wenn man so viel (wie immer viel zu viel) Sachen dabei hat. Joly liebäugelt schon mit einem LKW... Diverses: das Innenzelt zur Temperaturstabilisierung im Alti Plano haben wir auch bei -15° nicht genutzt (war also vergebliche Arbeit). Die 3 kleinen Heckplanen und die Moskitonetze für die Dachluke und die Hecktüren sind hingegen Gold wert. Ausrüstung: die Optimus Benzinkocher verschleissen auf Zeit stärker als gedacht. Wie gut die Gasversorgung hier ist mit Flaschen von daheim wissen wir nicht, aber Gas wäre wohl die bessere Lösung. Wir sind aber noch nicht so weit, uns hier einen Gaskocher zu kaufen. Zudem gab es bezahlbare Gaskartuschen (mit Ventil) in Argentinien und Chile. Elektronik: in den ersten 3 Monaten 2 Staubkörner in der Nikon D200, seit dem viel Glück und einwandfreie Funktion. LapTop (Dell) und mobile Festplatten ebenso. Noch nicht benutzt aber dabei: Schneeketten, Habegger, Innenzelt, Bodenzelt, Militärwassersäcke, Befestigungsösen auf Motorhaube Weitere Defekte: Benzinschlauch des Benzinkochers gebrochen, Gummidichtung Schnellkochtopf gerissen, Benzinkocher bläst neben Düse aus, etwas Wasser im linken Fussraum nach etlichen Tagen sintflutartigem Regen Reifen: die BFGoodrich MudTerrain 255/85 R16 haben sich bislang als sehr widerstandsfähig erwiesen. Auf 40'000 km hatten wir nur 2 Plattfüsse (Nägel). Die Reifen auf der Hinterachse haben zwar etliche Ausbrüche bei den Profilen (v.a. aufgrund Schotter in Patagonien), weisen aber noch immer gut 4mm Profil auf. Die Reifen vorne mussten wir nach etwas mehr als 30'000 km tauschen. Die Auswaschungen im Profil waren so gross, dass ein ruhiger Geradeauslauf auf Asphalt nicht mehr möglich war. Im Gelände ist der Reifen wirklich hervorragend, auf der Strasse aber mit Vorsicht zu geniessen. Die 265/75 R16 dürften die bessere Wahl sein, da stabiler auf Asphalt. |
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Fazit: Der Toyota HZJ78 erweist sich als Basisfahrzeug bislang (nach 40'000 km in Südamerika, 80'000 km total) als sehr robust und ist bislang pannenfrei unterwegs. Auch die Umänderungen und Innenausbauten haben die bisherige Tour weitgehend unbeschadet überstanden. Das extreme Wetter in vielen Gebieten Südamerikas lässt uns jedoch öfters ein noch grösseres Fahrzeug wünschen, was jedoch noch teurer wird und beim Seetransport erhebliche Zusatzkosten verursacht. Auch sind mit einem LKW o.ä. touristische Ziele (v.a. in Brasilien) kaum mehr anzufahren. Der Ausbau bleibt wie immer ein Kompromiss. Einen "richtigen" Ausbau gibt es vermutlich nicht, da neben den Reisezielen und dem Klima sich vor allem eines ändert: man selbst. Je älter man wird, desto mehr neigt man zu mehr Bequemlichkeit. Wie sagten zwei ältere Berliner Motorradfahrer? "Old men need comfort". Das sollte man beim Ausbau vor allem beachten, wenn man ein Fahrzeug länger behalten will. Denn nicht nur der Wagen altert! |
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