Details zur Wasseranlage
|
Nach unseren Erfahrungen in Afrika, wo wir nur einen kleinen Katadyn-Handfilter zur Wasserreinigung dabei hatten und unzählige Stunden damit verbracht haben, uns Wasser zu pumpen. War eine der ersten Entscheidungen beim Aufbau des Fahrzeugs der Einbau einer elektrischen Wasseranlage. Wasser ist der Hauptinfektionsträger Nr. 1 und somit ist bei jedem Wassergebrauch vorsicht geboten. Nicht nur beim Trinken. Schon beim Zähneputzen und Gemüsewaschen fängt das Unbehagen an. Wasser mit unbekannter Herkunft muss zudem beim Essen mindesten 5 Minuten abgekocht werden, damit alle Keime abgetötet sind. Gründe genug, eine vollständige Wasseranlage im neuen Wagen einzubauen. |
|
Schematische Übersicht:
|
|
Aufbau: Unseren Wasservorrat transportieren wir in 4 Hülsdorff-Weithalskanistern. (2x33l, 1x17l, 1x10l). Zur Erweiterung haben wir noch Wassersäcke dabei. An die Wasseranlage angeschlossen werden nur die beiden 33l Kanister. Sie dienen uns als Haupttank. Um an das Wasser zu gelangen, bohren wir die Kanister von oben an und setzen eine Schottverschraubung ein. So können wir das Wasser mit je einem Schlauch aus den Kanistern abpumpen, ohne dass Wasser ungewollt austritt. Bevor die beiden Schläuche zusammengeführt werden, haben wir je ein Sperrventil in den Schlauch eingesetzt, falls wir gezielt den einen oder anderen Tank abpumpen wollen. Ansonsten besorgt die Physik immer gleich hoch gefüllte Kanister. Nachdem die Schläuche zusammengeführt sind, reinigt ein kleiner Vorfilter das Wasser von groben Verunreinigungen, damit keine festen Stoffe in die Pumpe gelangen können. Die elektrische "Shur-flow" Hochleistungspumpe saugt beim Einschalten das Wasser aus den Kanistern und drückt es mit 3-4 Bar Druck weiter. Zunächst kommt das Wasser nun in einen Membran Druckspeicher. Dieser Speicher ist notwendig, um einen steten Wasserfluss am Wasserhahn zu haben und auch der Pumpe eine Pause zu verschaffen. Funktionsprinzip: Die Pumpe presst das Wasser mit 3-4 Bar in den Speicher. Sobald ein gewisser Höchstdruck erreicht ist, schaltet sich die Pumpe automatisch ab. Durch den Druck im Speicher wird das Wasser aber weiter durch die Filter gepresst. Fällt der Druck im Speicher so weit ab, dass das Wasser nicht mehr durch die Filter fliesst, schaltet sich die Pumpe wieder ein. Das Wasser wird nun zunächst von Keimen und Bakterien im Keramikfilter gereinigt. Dann erfolgt noch eine chemische Reinigung im Aktivkohlefilter. Am Ende, sprich am Wasserhahn kommt dann klares Trinkwasser heraus. Dabei ist es nahezu egal, was für Wasser man gebunkert hat. Allerdings: je verschmutzer das Wasser, desto kürzer ist die Lebensdauer der Filterelemente. |
|
Arbeiten: Angesichts der Gewichtsverteilung im Auto sollten die Wasserkanister möglichst weit vorne im Wagen Platz finden. Die Kanister, die als Haupttank dienen sollten dabei gut gegen Verrutschen gesichert werden (Mit Spanngurten befestigen). Der kleine Vorfilter sollte möglichst gut sichtbar und zugänglich in der Nähe der Kanister montiert sein, sodass man dessen Verschmutzung gut registrieren kann. Der Rest der Wasseranlage kann in den Tiefen des Wagens verbaut werden. So lange alles funktioniert und man einigermassen sauberes Wasser in die Kanister einfüllt, muss man max. alle paar Wochen die Filter reinigen. Aber: man muss dann an sie herankommen. So haben wir die drei Hauptteile Pumpe, Speicher und Filter auf einer Holzplatte verschraubt, die senkrecht hinter dem Kühlschrank eingeschoben wird und bei Bedarf nach Lösung der Elektrokabel (Stecker) einfach nach oben herausgezogen werden kann. Dann können alle Wartungsarbeiten bequem erledigt werden. Man kann die ganze Anlage auch mit nach draussen nehmen, sobald die Wasserleitungen abgetrennt sind. (Dazu gibt es ganz nette Schnellkupplungen, die haben wir aber nicht montiert). Am Ende der Wasseranlage steht der Wasserhahn, in dessen Nähe der Elektroschalter für die Pumpe angebracht werden sollte. So kann man die Pumpe einschalten, dann den Wasserhahn öffnen, die Pumpe wieder abschalten und das Wasser bis zum Abbau des Drucks aus der Leitung lassen. Alle Elemente für die Wasseranlage gibt es bei den einschlägigen Reiseausrüstern, wobei es zunehmend schwierig wird, vernünftige Wasserfilter zu bekommen, nachdem Katadyn seine Gemini Serie eingestellt hat. Neben der Wasseranlage haben wir natürlich noch immer unseren Handfilter dabei. Könnte ja mal was kaputt gehen und wenn man wandern geht, wäre die Wasseranlge nur schwer mitzunehmen. Wer soll denn dann die Batterie schleppen????? In dem Sinne, viel Spass beim schaffen! |
|
|